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Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
03.01.2005

Fischinger feiern: Jahr der Blasmusik

Von Veronika Krull

Fischen
Es gab noch keine Eisenbahn in Deutschland und die Fotografie war noch nicht erfunden. Doch in Fischen, dem kleinen Ort an der Distriktstraße Sonthofen-Oberstdorf, wurde bereits Blasmusik gespielt. Und zwar regelmäßig, wie in der Chronik der katholischen Pfarrei St. Verena nachzulesen ist. 2005 ist es 175 Jahre her, dass die Kapelle erstmals schriftlich erwähnt wurde. Grund genug für die Musiker von heute, den „Geburtstag“ mit einem Jahr der Blasmusik zu feiern.

Mit rund 60 Veranstaltungen von Januar bis November wollen die Musikkapelle Fischen und zahlreiche Nachbarkapellen wohltönend vom Jubiläum künden. Am Mittwoch, 5. Januar, eröffnet das Schwäbische Jugendblasorchester die Feierlichkeiten mit einem Galakonzert. Zwei Tage später präsentiert die „Geburtstagskapelle“ ihre neue CD und damit den achten Tonträger seit der ersten Schallplatte im Jahre 1969.
Es folgen unter anderem Konzerte zur Nordischen Ski-WM in Oberstdorf, der „Biermösl-Blosn“, der Stadtkapelle Memmingen und des niederländischen Musikvereins St. Caecilia America, des „Bozen Brass Quintett“, der Big Band 2000 und der Blasmusik Lesanka aus Vorarlberg. Höhepunkte sind sicher das Jubiläumskonzert der Fischinger Musiker im April und das 17. Bezirksmusikfest des ASM-Bezirks 2 Sonthofen im Juli mit über 1000 Musikern. Für wöchentliche Glanzpunkte sorgen die Musikkapellen des ASM-Bezirks zuständig. Sie spielen von Mitte Mai bis Mitte Oktober fast jeden Freitag in der Fiskina und treten sonntags im Kurpark oder Kursaal zum „Blasmusik-Frühschoppen“ an.
Von einem derartigen Auftrieb konnten die Musiker vor knapp 100 Jahren nur träumen. Denn 1903, rund 70 Jahre nach dem ersten verbrieften Auftreten, musste man in der Bevölkerung sammeln, um neue Instrumente kaufen zu können. Der Krieg setzte dem musikalischen Treiben ein jähes Ende, doch bereits 1920 hieß es in einem Bericht über eine Heimkehrer-Begrüßung: „Das Bier floss reichlich, denn man hatte zwei Gründe zu feiern. Einmal war der Krieg zu Ende und zum anderen hatte Fischen wieder eine Blasmusik.“
Früher Freibier
1951 wurde der Musikverein Fischen gegründet, drei Jahre später präsentierten sich die Spieler in neuer Tracht mit roten Leible und schwarzen Bundhosen. Ihr schmuckes Outfit und ihr musikalisches Können lockten zu den öffentlichen Proben in den örtlichen Gasthäusern immer viele Zuhörer. Das flotte Spiel der Fischinger Bläser wurde seinerzeit noch bestärkt durch die Maß Freibier pro Mund, mit der die Gemeinde den Einsatz honorierte. Die munteren Proben in der Gaststube waren erst vorbei, als die Wirte allenthalben Fernsehgeräte aufstellten, die zu jener Zeit noch attraktiver waren als die musikalischen Burschen live – Frauen waren in der Kapelle erst 1974 zugelassen.
Gemeinsam präsentierten sich Musiker und Musikerinnen ein Jahrzehnt später bundesweit in der Fernsehsendung „James Last im Allgäu“. 1991 wurde die Bläserschule gegründet, eine Idee des langjährigen Dirigenten Gerhard Sauter. Er gab 1996 nach fast 30-jähriger Tätigkeit sein Amt auf und wurde zum Ehrendirigenten ernannt. Mit Peter Kuhn wurde erstmals ein „Hauptamtlicher“ eingestellt. Von ihm übernahm 2002 Manfred Besner den Dirigentenstab.

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