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Allgäuer Zeitung

Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
19.02.2005

„Die Bibel ist voll von Verheißungen“

Von Anna Köhl

Sonthofen
Seit über 1800 Jahren leben die Juden in der Diaspora. Aber egal ob in Deutschland, in Kanada oder in Russland, und egal ob dort gerade Winter oder Sommer herrscht, für sie gelten die Gesetze der Heimat. Israel, das gelobte Land.
Mit dem Vortrag „Was man vom Judentum wissen muss“ setzte Referent Dr. Henry Brandt, Landesrabbiner von Westfalen-Lippe und Deutscher Koordinationsrat für christlich- jüdische Beziehungen, einen deutlichen Akzent. In der Reihe „Dialog der Weltreligionen – Das Judentum“ sprach er im voll besetzten evangelischen Sonthofer Gemeindezentrum Täufer-Johannis über die Schwierigkeiten, das Judentum darzustellen.
„Eigentlich könne man das Judentum als intellektuelle und religiöse Streitkultur beschreiben“, führte er aus und zitierte frei nach Friedrich Schiller: „Jede Auseinandersetzung, deren Ziel der Wahrheitsfindung dient, wird Früchte tragen.“ Auf das Judentum gemünzt, muss man sich vorstellen, dass kein Dogma existiert, sondern alle Entscheidungen in Form von Debatten und anschließender Abstimmung getroffen werden. Als Grundlage dient den jüdischen Mitbürgern noch immer die Thora. „Dort finden sich alle Gebote. Sie erlaubt es, die Grundsätze auszuarbeiten. „Aber“, so sagt Brandt, „die Suche nach der Wahrheit fängt immer neu von vorne an.“
Orientierung gen Israel
Lauscht man aufmerksam seinen eindringlichen Worten, so wird schnell deutlich, dass es ihm hauptsächlich um eine Sache geht. Sie verfolgt er konsequent, steuert unbeirrbar den ganzen Vortrag entlang darauf zu: Es geht um die Landverheißung, um den großen Wunsch nach der Rückkehr in das Land Israel. Nimmt man die feinen Untertöne der Rede des Rabbiners wahr, so hört man ihn nur davon reden. Ob es um die Sitten und Gebräuche geht, das Essen oder die Gebete, - jegliche Orientierung richtet sich gen Israel.
Dort wird das Neujahrsfest während der Mandelblüte begangen, indem Bäume gepflanzt werden. Und hier, mitten in den tanzenden Schneeflocken, nimmt man diese große Sehnsucht auf, hört, wie Dr. Henry G. Brandt in lapidaren und gleichsam dürren Worten dieser durch nichts zu erschütternden Liebe zu dem Land und damit zu dem einen Gott für alle Menschen Ausdruck verleiht. Allein diese Liebe, dieser Glaube gebiert die Kraft durchzuhalten, alle Schmach, Verfolgung und alles Elend zu überstehen.
„Die Bibel ist voll von Verheißungen“, sagt Brandt, „man muss sie nur zu lesen verstehen.“ Brandt ist felsenfest davon überzeugt, dass es einen Weg geben muss zur Verständigung aller Völker, aller Rassen. „Das Judentum ist keine Rasse“, betont er noch einmal, „in das Judentum kann man eintreten, einer Rasse gehört man der Geburt nach an.“ – Als Auftakt und Einstimmung in eine für uns zunächst völlig fremde Welt, die dennoch Wege und Möglichkeiten der Verständigung aufzeigt, hat der Abend mit Rabbiner Brandt die Zuhörer tief berührt. Das zeigten die interessierten Blicke, das bewegte Mienenspiel und die stille Anteilnahme.

Weitere Veranstaltungen in der Reihe „Dialog der Weltreligionen“:
l Vortrag von Diana Iwlewa: „Wie leben Juden ihren Glauben im Alltag?“, Pfarrheim St. Michael, Sonthofen (15. März).
l Vortrag von Prof. Dr. M. Lahnstein: „Israel – Religion und Politik“, Pfarrheim St. Christoph, Sonthofen Rieden (18. April).

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