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Allgäuer Zeitung

Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
22.02.2005

Bei Orient-Rallye winkt ein Kamel

Oberstaufen
Wilfried Gehr spricht von einem der „letzten Abenteuer dieser Welt“. Im Februar 2006 sollen Old- und Youngtimer in Oberstaufen zur Allgäu-Orient-Rallye nach Amman in Jordanien starten. Unser Redaktionsmitglied Peter Mittermeier hat sich darüber mit dem Hauptorganisator Wilfried Gehr unterhalten. „Es soll viel Spaß machen, und die Leute sollen heil ankommen“, beschreibt er den Sinn der Rallye.
Mit einem alten Auto von Oberstaufen nach Amman. Wie kommt man auf so eine Idee?
Gehr: Wir haben in der Oldie-Szene immer wieder Kritik daran gehört, wie sich die Rallye Paris-Dakar entwickelt hat. Früher war das ein Abenteuer. Heute ist das ein reines Geschäft. Du musst mindestens 1,2 Millionen auf den Tisch legen, sonst darfst du gar nicht an den Start gehen. So ist aus einer Bierlaune heraus der Gedanke zu einer neuen Rallye gereift, bei der es ums Abenteuer, das Organisationstalent und nicht ums große Geld und eine Materialschlacht geht. Ich denke, als Nebeneffekt wird das auch eine Werbung für Oberstaufen und das ganze Allgäu sein.
Warum als Ziel gerade Amman?
Gehr: Wir wollten nicht einfach die Rallye Paris-Dakar nachfahren. Und zum jordanischen Königshaus habe ich selber recht ordentliche Beziehungen. Das hilft, wenn es darum geht, die dann sicher fertigen Autos dort zu lassen oder Zollangelegenheiten und andere Formalitäten zu erledigen.
Apropos zurückbringen. Starten dürfen nur 20 Jahre alte oder gebrauchte
seriennahe Fahrzeuge. Überstehen
die überhaupt die Fahrt?
Gehr: Einige vermutlich nicht, darauf kommt es aber auch nicht in erster Linie an. Ankommen muss das komplette Team, nicht das Auto. Die Fahrzeuge, die die Fahrt überleben,
können im Orient verschenkt, verschrottet oder wieder zurückgebracht werden. Vielleicht machen wir dann am Ende noch eine extreme Sonderprüfung in der Wüste oder im Vadi Rom. Mal schauen, wie viele Auto das überleben....
Wie ist die Resonanz für das Vorhaben?
Gehr: Sagenhaft. Wir haben bereits zwölf feste Anmeldungen, obwohl einige Details noch nicht feststehen. Zwei tolle Trabi-Teams haben uns Blankoschecks für die Anmeldegebühr geschickt, die wollen unter allen Umständen dabei sein. Wir haben auch die Zusage für einen Empfang im jordanischen Königshaus. Zunächst wollten wir keinen ersten Preis aussetzen. Jetzt wurde uns aus Kreisen des Königshauses einer in Aussicht gestellt: ein Kamel.
Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie?
Gehr: Mehr als 100 Teams werden wir vermutlich nicht starten lassen. Sonst kannst du das Ganze nicht mehr handhaben. Die 100 kommen, wir werden vermutlich sogar einigen absagen müssen.
Sie sprechen von einer der letzten
Herausforderungen...
Gehr: Die Herausforderungen beginnen hinter dem Kurhaus in Oberstaufen und mit der Frage, welche Route du nimmst, über das frühere Jugoslawien oder über Italien. Und dann musst du im Februar über die Alpen, ohne Mautstraßen oder Autobahnen zu benutzen.
Wie lange wird das schnellste Team
unterwegs sein?
Gehr: Ich rechne mit acht Tagen. Es kommt bei so einer Tour nicht nur auf das Tempo an, mit dem du fährst. Da ist eine geschickte Routenwahl genauso gefragt wie Verhandlungsgeschick, Bakschisch und Glück. Ein Beispiel: Wenn du Pech hast, kannst du an der Grenze nach Syrien schon mal zwei Tage warten, während ein anderes Team es bereits nach zwei Stunden schafft.
Teilnehmer dürfen für eine Übernachtung nur zehn Euro ausgeben oder müssen
im Zelt übernachten. Wie kommt man
auf so eine Idee?
Gehr: Wir wollen damit ein Signal setzen: die Rallye liegt preislich auf einem niedrigen Niveau. Professionelle Teams mit begleitendem Wohnmobil wollen wir nicht. Jeder soll sich eine Teilnahme leisten können, ohne Rücksicht auf den Geldbeutel. Es sind im positiven Sinn Verrückte, die bei uns starten.

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