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Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
24.02.2005

Bühler greifen nicht gerade nach den Sternen

Von Veronika Krull
Bühl am Alpsee
Die Überlegung, am Großen Alpsee in Bühl einen Planetenwanderweg einzurichten, sorgt weiterhin für erhitzte Gemüter. Auf einer Ortsteilversammlung in Bühl war im Rahmen einer Diskussion um die Weiterführung des Projekts „Alpsee 2000“ von „Krampf“ und gar von „Verschandelung“ die Rede. Andere Ideen wie eine moderne Naturschau im Gästeamtsgebäude, die Anlage eines Rundwegs rund um den Kapellenhügel oder eine „Revitalisierung“ der alten Schule nahmen die Bühler dagegen wohlwollend zur Kenntnis.

Peter Elgaß aus Werdenstein, Herausgeber der Metallgestalter-Zeitschrift „Hephaistos“ und Initiator des Planetenwanderweges, hatte zuvor kurz das Konzept erläutert. Demnach sollen Sonne und neun Planeten im Maßstab von eins zu einer Milliarde als touristische Attraktion den Ufer-Wanderweg zieren. Für die Gestaltung zeichnen neun Kunstschmiede aus ganz Deutschland verantwortlich, entsprechende Modelle waren den Bürgern in der Schrannenhalle bereits vorgestellt worden (wir berichteten).
Freilich greifen die Bühler Bürger nicht gerade nach den Sternen - in der Diskussion dominierten kritische Stimmen: „Wofür braucht man das?“, fragte Gunther le Maire. Er bezeichnete die Idee angesichts von Hunderten Planetenwegen in Europa als „abgedroschen“, bemängelte die fehlende Beziehung zu Bühl und wehrte sich gegen ein Vorhaben, neben Zäunen und Papierkörben nochmals „Dinge“ in die Landschaft hineinzustellen. Die Modelle bezeichnete er als „Krampf“.
Armin Ländle, in Bühl wohnender Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, gestand le Maire zu, etwas von Kunst zu verstehen, doch spiele das keine Rolle für den Normalbürger. Er wolle die künstlerische Gestaltung nicht beurteilen, einzelne Modelle sagten ihm aber durchaus zu. Die Planeten, so sein Eindruck, schadeten sicher weder dem Alpsee noch gereichten sie irgendwem zum Nachteil. Rainer Michel gestand ein, von Kunst überhaupt nichts zu verstehen. Aber ihm gefalle der Alpsee: „Der ist Natur, da gehört kein Metall hin.“ Und er warnte davor, den Uferweg zu „verschandeln“.
Alte Schule als Vereinsheim?
Weitere Vorschläge, wie das Projekt „Alpsee 2000“ fortgeführt werden könne, waren im Vorfeld von Bürgern, Stadtrat und Verwaltung zusammengetragen worden. So könnte der so genannte Kirchenweg als Rundweg angelegt werden, der vom Landschaftspark über den Kirchenhügel und zurück über die Kirchsteige in den Park verläuft. Die Kirchsteige könnte bei dieser Gelegenheit saniert werden.
Die ehemalige Schule neben den Lorettokapellen, die Bürgermeister Gerd Bischoff als „schönes, das Ortsbild prägendes Gebäude“ bezeichnete, könnte saniert und umgebaut und der Öffentlichkeit vielleicht als Vereinsheim zur Verfügung gestellt werden. Erste Gespräche mit der Eigentümerin des Grundstücks, der Pfarrpfründestiftung, hätten bereits stattgefunden. Eine weitere mögliche Maßnahme, so der Bürgermeister, wäre die Sanierung und Umgestaltung der Seestraße. Dabei könnte eine teilweise Verlegung der Straße geprüft werden, um die Dorfmitte vom Durchgangsverkehr zu befreien. Auch steht eine naturkundliche Ausstellung im Gästeamt im Raum: Der Immenstädter Diplom-Geograph Thomas Dietmann hat bereits ein entsprechendes Konzept vorgelegt (wir berichteten ausführlich).
Mit all diesen Vorschlägen werde sich der Stadtrat in den nächsten Wochen auseinander setzen, so Bürgermeister Bischoff. Zunächst müsse freilich die Grundsatzfrage geklärt werden, ob das Projekt „Alpsee 2000“ überhaupt fortgeführt werden solle. Im Falle einer positiven Entscheidung müssten die Prioritäten geklärt werden. Denn nicht alle Maßnahmen, betonte Bischoff, könnten realisiert werden.

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