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Allgäuer Zeitung

Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
13.07.2005

Von Abenteurern und Bergpionieren

Sonthofen (ros).

Anlässlich der Kür Sonthofens zur "Alpenstadt des Jahres" haben Kulturbeirat und Bergwacht Sonthofen im Schulterschluss mit der Alpenvereinssektion Allgäu/Immenstadt in den Annalen der Allgäuer Alpingeschichte geblättert und eine Sonderausstellung zusammengestellt. Unter dem Motto "Bergluft macht frei" kann diese alpin-historische Dokumentation nun im Sonthofer Heimathaus bewundert werden.
Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts galten die Berge als unwirtliches, geheimnisumwittertes Terrain, in das sich nur Hirten, Jäger und Schmuggler wagten. Wer jetzt über gut markierte und gesicherte Steige den Allgäuer Hauptkamm durchwandert oder erklettert, der kann sich wohl kaum vorstellen, welch ungeheure Herausforderung der Gipfelsturm für die alpinen Pioniere bedeutete.
So war es der junge ehrgeizige Hermann von Barth, der anno 1869 als Rechtspraktikant nach Sonthofen kam und "aus reiner Lust am Wagnis" gleich 44 Allgäuer und Tannheimer Gipfel bezwang. Rund 30 Jahre später unternahm der Fotograf und Skipionier gemeinsam mit Max Madlener die legendäre Winterbesteigung des Nebelhorns. Weitere herausragende Bergsteiger waren Pfarrer Bickel (Erstbesteigung des Widdersteins) und Professor Oskar Sendtner, der 1852 als Erster die Mädelegabel bezwang. Neben Anekdoten und Biografien dieser ruhmreichen Pioniere wird bei der - mit zahlreichen historischen Bilddokumenten und eindrucksvollen Objekten bestückten - Ausstellung vor allem die alpintouristische Entwicklung des Allgäus erzählt.
Reise auf den Grünten

Wie die Eröffnung des Heilbronner Weges im Jahre 1897 oder die Geschichte des Waltenberger Hauses, dokumentiert mit einem Hüttenbuch von 1875 beispielsweise. "Eine Reise auf den Grünten" kann man in einer Ausgabe der "Neuesten Weltkunde" vom 6. April 1811 nachlesen, sowie den Bericht über "Patrouillen-Tätigkeit" der Bergwacht Allgäu anno 1927.
Neben nostalgischen Fotos von waghalsigen Kletterpartien und drei Generationen von Bergsteigern werden die in gestochener Handschrift verfassten "Wegweiser in den Voralpen" von Hermann von Barth, sowie Dr. Max Madleners Abschiedsbrief an seinen Bergkameraden Fritz Heimhuber "aufgeblättert". Historisches Kartenmaterial und die Edelweiß-Posten an der Höfats, Ausrüstungsgegenstände der 20er bis 60er Jahre und - das einst für den "Ötzi" geschaffene - große Panorama-Gemälde von Christian Lanbacher runden die aufschlussreiche Dokumentation ab.
iÖffnungszeiten der Ausstellung (bis 30. Oktober): Dienstag bis Donnerstag sowie an Wochenenden von 15-18 Uhr.

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