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Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
15.07.2005

Neues Geschichtsbuch schließt "Lücke" in Fischen

Fischen (wir). - Eine interessante Ergänzung des Bildbandes "Fischen damals" hat die Gemeinde mit Hilfe ihres ehemaligen Ortschronisten Günter Glocker herausgebracht. "Geschichtliches über Fischen i. Allgäu" heißt der Band, in dem sich von der Besiedelung bis hin zum 1. Weltkrieg viele Details über die politische Historie Fischens entdecken lassen.

Zusammengestellt hat Günter Glocker die Abhandlung nach unzähligen Stunden im Kellerarchiv der "Fiskina" beim Studium alter Schriften und Akten und mit Hilfe alteingesessener Bewohner, des Bürgermeisters und der Gemeindeverwaltung. Bei der offiziellen Vorstellung im Heimathaus zeigte sich Bürgermeister Edgar Rölz stolz, dass Glocker mit seinem Buch die bisherige "Lücke" in der Geschichtsschreibung gefüllt hat.
Entstanden war die Idee zu einem Geschichtsbuch kurz nach Rölz' Amtsantritt. Seine Suche nach historischen Abhandlungen über die neue Wirkungsstätte war nämlich erfolglos geblieben, eine Nachfrage bei Glocker brachte einen Lichtblick. Der ehemalige Ortschronist, der sein Amt schon einige Jahre zuvor abgegeben hatte, verriet, in seinem Schreibtisch noch etliches aufbewahrt zu haben, was den neuen Bürgermeister bestimmt weiterführen könne.

Von der Post bis zur Pest

Rölz aber wollte nicht allein von dieser mühevoll zusammengetragenen Sammlung profitieren, sondern sie der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Mit Hilfe von Sekretärin Anneliese Hopf als Texterfasserin und "Schriftenanalytikerin" sowie Grafiker Georg Larsch, der das Titelbild entwarf, ist nun das Ganze als Buch zu haben.
Zu finden ist in dem knapp 100 Seiten starken Band ausgewähltes Archivmaterial. Günter Glocker hat die Quellen in verständliches modernes Deutsch übersetzt, Epochen interpretiert und historische Abläufe in Abschnitten zusammengefasst.
Es gibt Kapitel zu Rittern, zur Entwicklung des Postwesens oder der Eisenbahn und längst Vergessenes wie die Einrichtung einer Landwirtschaftsschule durch Pfarrer Schelbert. Der 30-jährige Krieg greift in dem Geschichtsband ebenso Raum wie die Pestepidemie, die in Fischen binnen 50 Tagen fast 300 Menschen dahinraffte. Auch der damalige Pfarrherr Johannes Albrecht, Chronist der Seuche, erkrankte und starb. Bemerkenswert findet Glocker, dass die Fischinger während der Bauernaufstände "immer vorneweg" gewesen seien. "Sicher hat sich etwas von der Wehrhaftigkeit bis heute erhalten", meint er schmunzelnd.
Mit großer Hochachtung habe er auch in den alten Rechtlerbüchern gestöbert. "Was die Menschen haben leisten müssen an körperlicher Arbeit, für Abgaben und den äußerst bescheiden Lebensunterhalt, das ist ungeheuerlich", bewundert er die Vorfahren.
Anderes Beispiel ist das Alpbuch der Alpe "Hörnle", in dem von 1794 an alle Sorgen über Schwenden, Einzäunen und die Organisation von Viehsalz zur richtigen Ernährung aufgeschrieben sind. Glockers absoluter Favorit ist der Pfarrherr Hans-Georg Moser, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Fischen wirkte. " Der ist mein Liebling, weil er so fleißig geschrieben hat", und damit dem Ortschronisten eine schier unerschöpfliche Quelle für seine Studien bot.
Bürgermeister Rölz ist sicher, dass das Interesse der Fischinger an der eigenen Geschichte das Buch zum "Bestseller" macht, und dankte den Beteiligten für das Projekt - einen "Beitrag wider das Vergessen".
iDas Buch "Geschichtliches über Fischen i. Allgäu" gibt es für 15 Euro im Gästeamt und in der Verwaltungsgemeinschaft bei Anneliese Hopf.

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