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Allgäuer Zeitung

Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
20.07.2005

Bis heute eine Oase der Ruhe

Oberstdorf (apü). - Unter einem sommerlich weiß-blauen Himmel und bei angenehmen Badetemperaturen ist das 75-jährige Bestehen des inzwischen zur Legende gewordenen Moor-Schwimmbads in Oberstdorf gefeiert worden. Das zweitägige "Spaß- und Action- Programm" wartete mit Zauberer Thomasius, zünftiger Blasmusik, Ponyreiten und einer "Baywatch-Rettungsaktion" der Wasserwacht auf.

Einziger Wermutstropfen: Die angekündigte Open-Air-Party am Vorabend der Jubiläumsfeier fiel einem heftigen Gewitterregen zum Opfer. Das Spektakel soll möglichst bald nachgeholt werden, wünschen sich die beiden Moorbad-Pächter Karsten Busch und Jörg Kaiser. Umso strahlender präsentierte sich der Folgetag.
Dazu hatten sich nicht nur Oberstdorfs Bürgermeister Thomas Müller sowie Tourismus- und Sportdirektor Ottmar Barbian eingefunden. Sondern auch die 83-jährige Frieda Nieberle war gekommen. Ihre Familie hatte von 1930 an 48 Jahre lang das Moorbad betrieben. Schon als Achtjährige half die kleine Frieda fleißig mit.
Müller streifte in seiner Ansprache die Geschichte der Freizeiteinrichtung, die eigentlich bis ins Jahr 1883 zurückreicht. Damals ließ der noch junge Verschönerungsverein mit dem Kaufmann Josef Anton Vogler und dem Arzt Dr. Ulrich Reh von Baumeister Wilhelm Huber im Südosten von Oberstdorf eine erste "Moorwasser-Badeanstalt" in Holzbauweise errichten. Bis 1927 wurde sie von den "Sommerfrischlern" gern besucht. 1929 entstand an gleicher Stelle, der so genannten "Halde", das inzwischen mit einem Betonbecken und vergrößerten Räumlichkeiten ausgestattete Freibad. Im Sommer 1930 folgte die Eröffnung.

Nichts vom Reiz verloren

Bis heute habe das Bad, das "für die Einheimischen und Gäste Oberstdorfs ein beliebter Anziehungspunkt von hoher Güte" sei, "nichts von seinem Reiz verloren", hob derBürgermeister hervor. Wie ein Großteil der Oberstdorfer hat auch Müller dort das Schwimmen gelernt. "Sobald im Sommer die rotweiße Fahne zu sehen war, marschierte unser Lehrer schon am frühen Morgen mit uns zum Schwimmunterricht hoch", erinnerte sich schmunzelnd der Rathauschef. Die Fahne besagte, dass das Wasser mindestens 14 Grad hatte. Augenzwinkernd sprach Müller die strengen Badesitten von einst an. Bis 1926, so berichtete Müller, waren "aus moralischen Gründen" die beiden Badebereiche für Damen und Herren "durch eine Bretterwand aus astlosem Holz blicksicher getrennt".
Dass man später in den Sumpf hinein ein Betonbecken baute, das bis heute einwandfrei funktioniere, bezeichnete Müller als "eine der vielen wegweisenden touristischen Pionierleistungen Oberstdorfs". Inzwischen sei die gesamte Einrichtung auch "barrierefrei" und "kinderfreundlich" ausgestattet, hielt er fest. Dass man das Moorbad wegen seiner idyllischen Lage in der Nähe des Moorweihers nur zu Fuß erreichen kann, hat aus Sicht des Bürgermeisters durchaus Vorteile: "Das Moorbad ist so bis heute eine Oase der Ruhe und Erholsamkeit geblieben." Man könne es mit Fug und Recht "das schönste Freibad des Allgäus" nennen.

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