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Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 12. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
23.01.2009

Der Kampf um Oberstdorfs gute Luft

Oberstdorf kämpft um seine gute Luft. Noch bis November nimmt der Deutsche Wetterdienst sogenannte lufthygienische Messungen vor. Vom Ergebnis hängt - neben weiteren Faktoren - ab, ob die Gemeinde «heilklimatischer Kurort» bleibt (wir berichteten).

«Wir gehen davon aus, dass das Prädikat erhalten bleibt», sagt Rathaussprecher Wolfgang Ländle. Insofern stelle sich die Frage, was ein Verlust für Oberstdorf bedeuten würde, erst gar nicht. Denn: Nicht allein die Luftqualität spielt bei der Prädikatsvergabe eine Rolle. Auch fließt in die Bewertung ein, welche Maßnahmen Oberstdorf zur Verbesserung der Luft ergreift. Da sind zum einen die Pläne zum Biomasseheizkraftwerk im Karweidach. Ländle geht davon aus, dass der Gemeinderat 2009 eine Entscheidung pro Anlage treffen wird. Zum anderen denkt man im Rathaus über eine Umstellung auf Elektrobusse im Ort nach.

Konkrete Überlegungen zum Thema Verkehr macht sich derzeit auch der «Arbeitskreis Lufthygiene» unter dem Vorsitz des Werksleiters der Gemeindewerke Peter Müller. Klares Ziel: Der Ort soll so weit wie möglich vom Individualverkehr befreit werden. Müller denkt beispielsweise an Parktleitsysteme oder einen Shuttleverkehr in den Ort.

Darüber hinaus will Gemeindechef Laurent Mies die Bürger sensibilisieren und ans Verantwortungsgefühl appellieren. Über Flyer erhalten die Haushalte Tipps, wie der Einzelne dazu beitragen kann, die Luft sauber zu halten - sei es durch weniger Auto fahren oder richtiges Heizen. Denn neben Autoabgasen ist es vor allem auch Staub aus Kaminen, der die Luft verschmutzt. Ein Pluspunkt für Oberstdorf: Die meisten Öfen im Ort sind laut Gerhard Schmid, Bezirkskaminkehrer und Energieberater, schon jetzt von sehr guter Qualität.

Oberstdorf ist nicht die einzige Gemeinde, die um den Erhalt ihrer Prädikate kämpft. In etwa 60 Kurorten deutschlandweit nimmt der Deutsche Wetterdienst derzeit Messungen vor. Doch durch seine Tallage, eingekesselt zwischen den Bergen, staut sich laut Schmid bei bestimmten Wetterlagen der Schmutz hier verstärkt. Hinzu kommen bis zu 250 Heiztage im Jahr. Der Deutsche Wetterdienst misst zum einen laut Werner Schätzle, Meteorologe im Referat Lufthygiene, den Staub - vereinfacht erklärt mittels Haftfolienverfahren. Nach jeweils sieben Tagen werden an den drei Messstationen in Oberstdorf die Folien entnommen, um zu untersuchen, wie viel Staub daran «klebt». Zweiter Parameter ist laut Schätzle bei den Luftqualitätsmessungen das Gas Stickstoffdioxid. Hauptquelle: der Kraftfahrzeugverkehr.

Grundlage der Messungen ist ein neues Verfahren namens «Inmeko» aus dem Jahr 2005, mit dem sich auch die einstigen Richtwerte veränderten. Laut Schätzle sei es dadurch aber für die Kurorte nicht schwieriger geworden, die Prädikate zu halten. Zwischenergebnisse zu den Messungen gibt es nicht, erst 2010 wird klar sein, ob Oberstdorf «heilklimatischer Kurort» bleibt.


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