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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 18. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
24.01.2009

Alle Jahre wieder: Schnäppchen zuhauf

«Bis zu 70 Prozent reduziert», «20 Prozent auf alles» - so oder ähnlich lauten die Sprüche, mit denen Oberallgäuer Geschäftsleute derzeit verstärkt um Kunden werben. Mancher Ladeninhaber beschränkt sich auch auf ein schlichtes englisches «Sale», wohl im Hinblick auf internationale Kundschaft. Den Winterschlussverkauf (WSV) gibt es immer noch, wenn auch häufig unter anderem Motto. Feste Zeiträume gehören aber der Vergangenheit an, seit der WSV vor einigen Jahren offiziell abgeschafft wurde.

«Im Kopf immer noch drin»

Nicht wenige Händler finden das schade. So Thomas Bühler, Inhaber von «T + M Sport» in Blaichach: Früher sei der WSV ein «festes Datum» gewesen: Der Kunde habe regelrecht darauf gewartet. Michael Rathke, Geschäftsführer bei «Sport Altenried» in Immenstadt, stimmt zu. Die Kunden erwarteten den Schlussverkauf am Ende der Saison. «Der WSV ist im Kopf immer noch drin», meint auch Manfred Gerg von «Sport Gerg» in Immenstadt. Er ist seit Anfang der Woche mit günstigen Angeboten dabei. Dank der Schneefälle laufe das Geschäft ordentlich: «Es lohnt sich auf jeden Fall, für beide Seiten», sagt Gerg. So siehts auch die 18-jährige Schülerin Nora Schott: «Viele teure Sachen, die man sonst nicht unbedingt kaufen würde, sind jetzt günstiger.»

Siegfried Nau vom gleichnamigen Sportgeschäft in Sonthofen trauert ein wenig den alten Zeiten nach, als die Leute «auf einen Zeitpunkt fixiert waren». Heute gebe es das ganze Jahr Schlussverkäufe, manchmal sogar schon zu Beginn der Saison. «Alles ist erlaubt», bedauert Nau. Das kann Beatrix Kober bestätigen. Die 58-jährige Sozialpädagogin aus Wertach: «Rabattverkäufe gibts ständig irgendwo.» Bei bestimmten Geschäften habe sie das Gefühl, dass sie nur nach Gründen suchten, um zu verkünden: «Alles wird billiger, alles muss raus.»

Claudia Merkle, Geschäftsführerin des Modehauses Gobert in Sonthofen, spricht von einem «veränderten Konsumverhalten». Der «konzentrierte Winterschlussverkauf» sei nicht mehr interessant, wobei Wintermäntel, Jacken und dicke Pullis jetzt durchaus im Preis herabgesetzt seien.

Früher, so Merkle, habe sich die modebewusste Frau jeweils zu Saisonbeginn eingedeckt. Heute schauten die Kunden ständig nach Angeboten. Auch bei Leder-Eberhart in Oberstdorf ist der WSV «eigentlich kein Thema», so Jodok Krumbacher. «Wir haben immer etwas reduziert.»

Es gelte generell auf ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis zu achten, meint Claudia Merkle vom Modehaus Gobert. Manfred Gerg sieht es ähnlich: «Selbstverständlich schauen die Leute auf den Preis, aber sie wollen auch Qualität.»

Auch für Henrika Hinz (20), Schülerin aus Sonthofen, spielt nicht ausschließlich der günstige Preis eine Rolle. Sie achtet auf Rabattaktionen, kauft aber eher selten etwas, «weil die Sachen meist nicht so toll sind».

Hermann Fink (51), Taxifahrer aus Oberstaufen, lässt sich noch weniger durch Billig-Angebote verlocken: «Wer weiß, ob die Ware wirklich so viel günstiger ist.» Im Übrigen sei er aber auch kein «Shopping-Typ». Ihm fallen die Aktionen gar nicht auf.


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