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Allgäuer Zeitung

Montag, 9. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
28.01.2009

Künstler, Sammler, Glücksfall-Bringer

Wer den ersten Stock des Kunsthauses Villa Jauss in Oberstdorf besucht, der kommt aus dem Staunen kaum heraus: Wunderbare Werke von Salvador Dalí oder Marc Chagall fesseln den Blick, berührende Blätter von Käthe Kollwitz oder Horst Janssen bewegen das Gemüt, anklagende Arbeiten von Pablo Picasso oder A. Paul Webber rütteln zur Empörung auf...

«Eine kleine Kunstgeschichte des 20. bis 21. Jahrhunderts» ist hier versammelt, wie Professor Karl Ruhrberg, ein Experte für die Kunst dieser Epoche, festgestellt hat. Und all das ist einem Mann zu verdanken: Hugo J. Tauscher. Gestützt auf einen Stock konnte man den betagten Herrn noch vor geraumer Zeit hin und wieder zwischen den Kunstschätzen wandeln sehen. Unbemerkt von vielen, unauffällig sich unter die Besucher mischend. Heute wäre er 95 Jahre alt geworden. Am 20. Dezember vergangenen Jahres ist er in Oberstdorf verstorben.

1914 in Oberstdorf geboren, begann Hugo J. Tauscher in den 40er Jahren damit, Grafik des 20. Jahrhunderts zu sammeln.

1998 stiftete er einen Großteil seiner Sammlung der Oberstdorfer «Initiative Villa Jauss», gewährte 2004 zudem dem Verein einen großzügigen Zuschuss für die dringend benötigte Alarmanlage und ergänzte bis zu seinem Tode seine Stiftung durch weitere bedeutende Arbeiten.

«Hugo J. Tauscher ist einer von denen, die auf eindrucksvolle Weise demonstrieren, dass kein enormes Vermögen nötig ist, um eine vorzügliche Kollektion von hohem Anspruch zusammenzutragen, sondern ,nur Begeisterung, ein gutes Auge, Sensibilität und eine entsprechende Kenntnis der Kunst unserer Zeit.» Mit diesen Worten würdigte der Wahl-Oberstdorfer Karl Ruhrberg, ehemaliger Leiter des Museums Ludwig in Köln, Hugo J. Tauscher anlässlich einer Ausstellungseröffnung mit Exponaten seiner Sammlung im Jahre 2004 in der Villa Jauss. Damals zeigte Tauscher auch eigene Arbeiten.

Bereits in den 70er Jahren hatte der gelernte Drogist mit einer intensiven bildnerischen Tätigkeit begonnen. Ende dieses Jahrzehnts wendete er sich von der realistischen Zeichnung ab und der abstrakten Malerei zu. Einige seiner «imaginären Landschaften», deren Formen und Strukturen der Fantasie und dem Unterbewussten entsprangen und die dem Betrachter viel Spielraum zu eigenen Gedanken ließen, zeigte er noch im Sommer vergangenen Jahres in den Tee-Stuben auf dem Gailenberg bei Bad Hindelang.

Der Künstler Hugo J. Tauscher hat seine Arbeiten aber nicht nur im Allgäu, sondern auch in München und Stuttgart gezeigt.

Dass seine Grafiksammlung nicht in solche Metropolen abwanderte, sondern im Kunsthaus Villa Jauss der Öffentlichkeit auf Dauer zugänglich gemacht wurde, darf als Glücksfall für Oberstdorf bezeichnet werden.

Ausblick: Die «Initiative Villa Jauss» wird weiterhin die Stiftung betreuen durch eine Präsentation von März bis Oktober, durch Vorträge zu den Künstlern der Stiftung und durch die Zusammenarbeit mit den Schulen in Oberstdorf.


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