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Allgäuer Zeitung

Mittwoch, 29. Januar 2020
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
10.02.2009

Faschingswagen: Behörden achten verstärkt auf Sicherheit

Faschingsveranstalter aufgepasst: Bei Umzügen wollen die Behörden mehr auf Sicherheitsvorschriften achten. Wenn beispielsweise ein zugelassener Anhänger mit Faschingsaufbau erlaubte Maße überschreitet, muss ihn ein Gutachter vom TÜV abnehmen. «Wir kommen an der Forderung nicht vorbei, wollen sie aber mit Fingerspitzengefühl umsetzen», sagt Bernward Lingemann (Sachgebiet Verkehrswesen im Landratsamt).

Rechtlich ist das eigentlich nicht neu. Denn die Vorgabe stand bereits 1989 in einer ministeriellen Verordnung. Doch nun, so Ralph Eichbauer (Abteilung Öffentliche Sicherheit und Verkehr im Landratsamt), gebe es detailliertere Hinweise dazu. Grund sind unter anderem schwerere Unfälle, die sich in den Vorjahren andernorts ereignet hatten.

Was will das Landratsamt für die Genehmigung eines Faschingsumzuges? Zur Sicherheit soll an allen Wagen eine «zuverlässige, sachkundige Person» (also etwa ein Kfz-, Zimmerer- oder Schreinermeister) die Aufbauten begutachten. Überschreitet ein Gefährt die erlaubten Maße, Achslasten oder das Gewicht, ist eine TÜV-Abnahme nötig. Die Vorgaben gelten laut Landratsamt auch für Gemeindestraßen. Die Verantwortung liege in erster Linie bei den Wagenbauern, sagt Eichbauer.

In der Praxis würden Veranstalter oft «Sammeltermine» organisieren, bei denen der Gutachter vor Ort kommt. Wichtig: Fehlt die Betriebserlaubnis (vor allem bei Selbstbauten), benötigen die Wagenbauer eine Ausnahmegenehmigung der Regierung von Schwaben.

Die Polizei will sich darauf beschränken, beispielsweise Fahrzeuge mit offensichtlichen Mängeln oder ohne Zulassung aus dem Verkehr zu ziehen. So wie 2008, als in Sonthofen drei Eigenbauten nicht an den Start durften. Für einen Fahrer gab es sogar eine Anzeige, weil er ohne Zulassung auf der Straße angefahren kam und nicht auf einem Anhänger. Eine Bewertung der Aufbauten oder Maße durch die Polizei erfolgt nicht. «Wir sind keine Sachverständigen», so Polizeihauptkommissar Peter Lindenbacher.

«Ich weiß noch nicht genau, wie ich das am besten mache», überlegt nun etwa Gerhard Rüben, Vorsitzender der Sonthofer Fasnachtszunft. Er will auf jeden Fall alle eingeladenen knapp 100 Vereine nochmals anschreiben und über rechtliche Anforderungen aufklären. In Immenstadt müssen sich die Teilnehmer an die erlaubten Maße halten. Diese Fahrzeuge nimmt dann Umzugsorganisator Günther Lösch, Kfz-Meister im Ruhestand, ab und prüft auch Lenkung, Technik, Elektrik und Licht. Bei Lösch müssen die Teilnehmer sogar vorher unterschreiben, dass vor und nach dem Umzug nur der Fahrer an Bord ist.


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