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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
18.02.2009

Die lähmende Angst unten lassen

Ines Papert gilt als eine der stärksten Eiskletterinnen Weltweit. Die vierfache Weltmeisterin hält am Freitag, 20. Februar, 20 Uhr, einen Multivisions-Vortrag in Oberstdorf. Wir sprachen mit ihr über ihre Erfahrungen und Erlebnisse.

Wie würden Sie ihre Sportart beschreiben?

Ines Papert: Ich sehe das Klettern nicht nur als Sport, es ist vielmehr ein Lebensweg. Ich kann mich für meine eigenen Ideen begeistern, hart dafür trainieren und auch frieren. Denn wenn man oben steht, vergisst man alles. Das einzige, was bleibt, sind die schönen Erinnerungen und der Stolz, dass man seine Ängste und Zweifel überwunden hat.

Wie sind Sie zum Eisklettern gekommen?

Ines Papert: Ich bin vor vielen Jahren nach Berchtesgaden gezogen und da haben mich die Berge gefesselt. Als das Eis später kam, habe ich das lieben gelernt. Die Weltcups haben zu Freundschaften mit Leuten aus aller Welt geführt. Reisen und neue Gebiete kennenlernen ist ein Teil des Kletterns. Diese unkomplizierte Szene hat mich total mitgerissen.

Gehört zum Klettern auch Angst dazu?

Ines Papert: Ja, sonst würde ich nicht mehr leben. Gefahr ist etwas sehr Subjektives. Wenn etwas passiert ist, war es gefährlich. Solange nichts passiert, kann man von überschaubarem Risiko sprechen. Ich kenne das Eis sehr gut und traue mir zu, Entscheidungen zu treffen. Wenn ich mich entschieden habe zu gehen, dann kann ich die lähmende Angst unten lassen, denn die würde mich nur in Gefahr bringen.

Wie gefährlich ist Eisklettern? Ist Ihnen mal etwas passiert?

Ines Papert: Mir ist zum Glück noch nie etwas passiert, aber das Restrisiko bleibt bestehen und dem bin ich mir total bewusst. Leider habe ich auch schon sehr erfahrene Freunde in den Bergen verloren. Das zeigt mir, dass auch ein gewisses Schicksal nicht auszuschließen ist. Aber ich halte meine Augen und Ohren offen.

Welche Vorraussetzungen sollte man mitbringen?

Ines Papert: Mentale Stärke und ein wenig Bizeps. Man sollte auch auf jeden Fall den Winter und die Kälte mögen.

Haben Sie ein paar Tipps für Anfänger?

Ines Papert: Ich hatte Freunde, die mir die ersten Schritte im Eis gezeigt haben. Ich würde jedem Anfänger empfehlen, sich fachkundig beraten zu lassen und vielleicht einen Guide zu engagieren oder beim Deutschen Alpenverein sich Kursen anzuschließen.

Was war Ihr schönstes Erlebnis und Ihre größte Herausforderung?

Ines Papert: Im Nachhinein würde ich die Besteigung des Kwangde Shar (6093m) über eine neue route im Himalaya als schönstes Erlebnis bezeichnen, aber auch als härtestes. Ich bin erst dann besonders zufrieden, wenn etwas dem körperlichen oder geistigen Limit gelingt.

Sie haben auch eine Familie. Wie kriegen sie das hin, sowohl Familie als auch Beruf nicht zu vernachlässigen?

Ines Papert: Für Beides nehme ich mir sehr viel Zeit. Mein Sohn Emanuel weiß und toleriert es, dass ich nur dann eine gute Mutter sein kann, wenn ich glücklich bin. Glücklich sein bedeutet für mich immer mal wieder in den Bergen der Welt unterwegs zu sein. Aber wir haben auch einen ganz normalen Alltag mit Schule und Jiamusi spielen. Ich genieße die Gegensätze.


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