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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 18. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
24.03.2009

Als säße man an der Tafel des Prinzregenten Luitpold

In die Zeit des Prinzregenten werden immer wieder die Gäste des Hotels Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang zurückversetzt. Zweimal gab es schon einen «Hofball bei Prinz Luitpold», dem Onkel des bayerischen Königs Ludwig II. Und jetzt beehrte der Juniorchef des Hauses, Armin Groß, Gourmets mit einem festlichen Menü, ganz im Sinne von Prinz Luitpold, der als einstiger häufiger Jagdgast im Hintersteiner Tal dem Hotel als Namenspatron dient. Originalgerichte von anno dazumal, zubereitet mit dem Know-how der heutigen Zeit in der Küche - so lautet das Rezept für die Speisenfolge in hochherrschaftlichem Ambiente.

Das Hotel, in den Anfangsjahren als «Heilanstalt Bad Oberdorf» und Schwefelbad bekannt, kam 1888 zu seiner jetzigen Bezeichnung. Der Prinzregent, der nach dem Tod seines Neffen Ludwig II. die bayerischen Regierungsgeschäfte übernahm, war es seinerzeit höchstpersönlich, der dem Bad den Namen «gnädigst zu genehmigen geruhte»

Juniorchef Armin Groß präsentierte sich jetzt zum Prinzregenten-Menü dem Anlass entsprechend in einer nachempfundenen Uniform des Prinzregenten samt Schützenschnur, diversen Orden und einem Zweispitz auf dem Haupt. Sein Publikum geleitete er zur Tafel im Schlosszimmer des Hotels.

Schlosszimmer nennt sich der mit neugotischen Wandvertäfelungen reich bestückte Saal deshalb, weil die Ausstattung aus einem schottischen Herrschaftssitz mit Namen Lanrick Castle stammt und 1987 von Großbritannien ins Allgäu verfrachtet worden war.

Anekdoten aus dem Leben des Prinzregenten und Berichte über die Essensgewohnheiten am Hofe der Wittelsbacher füllten die Pausen zwischen den Menü-Gängen. Köstlich wie die Speisen fiel auch die «Damenrede» aus dem Mund von Armin Groß aus. Die Huldigung des weiblichen Geschlechts war zu Luitpolds Zeiten fester Bestandteil von Gesellschaften. Der stellvertretende Küchenchef Herbert Wölfle hatte mit seinem Team für diesen Abend ein wohlschmeckendes «Prinz-Luitpold-Menü» angerichtet. Es folgte in der Rezeptur den Aufzeichnungen der damaligen Leibköche der Wittelsbacher.

Sogar die genauen Daten zwischen 1862 und 1865 wurden genannt, an denen die jeweiligen Gänge gereicht worden waren.

Nach einem «Steinpilz-Pfifferling-Sülzchen auf königliche Art» und «Kraftbrühe mit Eierstich» durfte zwischen «Lachs auf holländische Art» und «Rinderfilet à la Chipolata» gewählt werden. Zum süßen Abschluss gab es einen weiteren Gaumengenuss mit Schoko-Pralineneis auf Kaiserschmarren-Pralinen». Ein kräftiger «blauer Enzian» sowie eine Tasse starken Prinzregenten-Kaffees (am Tisch zubereitet) bildete den glorreichen Abschluss der köstlichen Tafelrunde.


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