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Allgäuer Zeitung

Montag, 9. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
24.03.2009

Großes Interesse an «cooler Klassik»

«Wir wollen zeigen, dass es nicht nur Pop- und Rockmusik zum Entspannen und Genießen gibt», sagt Dr. Joachim Unger (70). Der Gymnasiallehrer im Ruhestand ist seit 2001 Zweiter Vorsitzender der Sonthofer Gesellschaft «Freunde der Musik» und ein überzeugter Befürworter von Jugendarbeit. Es gelte, den «musikalischen Horizont» bei Kindern und Jugendlichen zu erweitern: «Klassik ist nicht nur für Erwachsene». Die Erwartung, damit auch künftige «Freunde der Musik» zu rekrutieren, habe er allenfalls «sehr weit im Hinterkopf», so Unger.

Die 1950 gegründete Gesellschaft wartet mit einer ganzen Reihe von Jugendprojekten auf: der Unterrichtseinheit «Klassik isch cool», Kinder- und Familienkonzerten, Schüler-Freikarten und Vorkonzerten für heimischen Bläsernachwuchs.

Lehrerin und Pianistin

Vor sechs Jahren überlegte Joachim Unger gemeinsam mit dem Schulamt, «etwas für Kinder» auf die Beine zu stellen. Er kam mit Iris Schmid, der Tochter eines Freundes, ins Gespräch. Schmid ist Grundschullehrerin, Pianistin und Mitautorin von Musiklehrbüchern. Und sie ist musikalische Partnerin des Würzburger Geigers Florian Meierott.

Die beiden Künstler erklärten sich gern bereit, Oberallgäuer Grundschulkindern ihre Instrumente und klassische Werke vorzustellen und die Unterrichtsreihe mit einem Konzert zu beschließen.

2004 fand das Projekt zum ersten Mal statt - unter dem flotten Motto «Klassik isch cool». Das Interesse war groß und ist bis heute ungebrochen. In diesen Tagen läuft die sechste «Staffel». Über 2000 Grundschüler lernten in den vergangenen Jahren auf spielerische und unterhaltsame Weise Komponisten von Beethoven bis Rossini kennen und schätzen.

Die Reihe, versichert Unger, der von Birgit Ostermeier und Dorothea Schweiger unterstützt wird, ist bis 2011 fest geplant. Und hat schon auswärtige Interessenten angelockt: Heuer werden Meierott und Schmid zum wiederholten Mal auch in der Grundschule «Am Rain» in Isny zu Gast sein.

Ebenfalls im Jahre 2004 starteten die Kinder- und Familienkonzerte mit Heinrich Klug. Der langjährige erste Solo-Cellist der Münchner Philharmoniker leitet ebendort seit über 30 Jahren die «Kammerkonzerte für Kinder». «Josa mit der Zauberfiedel» und «Don Quixote» im Folgejahr fanden im Oberallgäu so großen Zuspruch, dass im dritten Jahr bereits zwei Vorstellungen anberaumt wurden.

Bestens aufgenommen werden auch die seit einigen Jahren üblichen Auftritte von jungen Ensembles bei den Bläserkonzerten. Nicht nur die jungen Leute selbst, sondern auch das Fachpublikum und die Profi-Musiker schätzen die «Vorkonzerte».

Ein erfreulich großes Echo lösen darüber hinaus die 26 Schüler-Freikarten für die Meisterkonzerte aus, die an den Gymnasien in Sonthofen, Immenstadt und Oberstdorf, an den Realschulen Sonthofen und «Maria Stern» in Immenstadt sowie an den Musikschulen Oberallgäu und Bad Hindelang verteilt werden.

Zuschüsse und Spenden

Die Finanzierung der Jugendarbeit ist solide, so Unger. Das «Klassik-isch-cool-Projekt» sowie die Kinder- und Familienkonzerte tragen sich durch Zuschüsse von Stadt und Wirtschaftsunternehmen sowie durch Spenden von Privatleuten. Erst kürzlich habe ihm eine musikbegeisterte Dame spontan 200 Euro für die Familienkonzerte überwiesen, lächelt Unger.

Hinzu kommen die «Teilnahme»- beziehungsweise Eintrittsgebühren von pauschal fünf Euro. Die Preise seien so moderat, dass die Geldbeträge «kein Hemmnis» darstellen, sagt der Zweite Vorsitzende. Die Schüler-Freikarten schließlich werden regelmäßig von Mitgliedern gesponsert: «Das funktioniert seit Jahren.»


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