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Allgäuer Zeitung

Montag, 16. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
08.04.2009

Bürger wehren sich gegen Biomasse-Heizwerk in Bühl

Das geplante Biomasse-Heizwerk in Bühl stößt bei den Anwohnern auf Widerstand. Einige Anwohner haben ihre Nachbarn mit Handzetteln auf das Vorhaben hingewiesen und sich auch an die Zeitung gewandt. Sie betonen, dass sie grundsätzlich nicht gegen ein Biomasse-Heizwerk sind. Aber sehr wohl gegen die Gesamt-Ausmaße des Vorhabens, wie Klaus Haslach schildert.

Halle auf erster Skizze «doppelt so groß wie Bau 5»

Anstoß nehmen sie vor allem an der Trocknungshalle für die Hackschnitzel. Der Bühler Franz Bechteler, einer von drei Investoren, hatte seine Nachbarn vorab informiert. In einer ersten Skizze sei die Halle mit einer Fläche von 120 mal 37 Metern eingezeichnet gewesen. «Das ist mehr als doppelt so groß wie der Bau 5», sagt Stefan Haslach. Florian Haidl spricht von den Dimensionen einer Industriehalle. Sie sind Anwohner der Straßen In der Hub und Hugolfsweg, dem Wohngebiet, das der geplanten Anlage am nächsten ist.

Die Bürger haben sich ausgerechnet, dass das Volumen der Halle für 30000 bis 40000 Kubikmeter Hackschnitzel reichen würde. Bei einer Trocknungszeit von drei bis vier Monaten wäre so ein Umsatz von bis zu 100000 Kubikmeter Hackgut möglich, so die Anwohner. Auch wenn für die Investoren die eine große Halle wegen der Straßenanbindung vom Tisch ist, gehen die Bühler Bürger davon aus, dass die Dimensionen bestehen bleiben. Sie können sich nicht erklären, wer die Wärme, die mit der Menge Hackschnitzel erzeugt wird, in der Umgebung überhaupt abnehmen soll.

«Wir haben den Eindruck, es geht in erster Linie um Hackschnitzel-Handel und erst in zweiter Linie um das Heizwerk», sagt Klaus Haslach. Und vor allem davon befürchten die Anwohner negative Auswirkungen auf die Nachbarschaft: Nämlich Emissionen, Lärm vom Hacken angelieferten Rundholzes, Geruchsbelästigung sowie eine massive Zunahme des Lkw- und Traktorverkehrs. «Bühl ist ein Tourismus-Ort. Es gibt in der Nähe überall Leute, die Zimmer vermieten», gibt Stefan Haslach zu bedenken.

Die Nachbarn, mit denen er gesprochen hat, seien alle über das Ausmaß der Pläne entsetzt gewesen. «Der Großteil der Menschen, mit denen ich Kontakt hatte, steht dem Projekt ablehnend gegenüber», sagt auch Florian Haidl.

Bürgermeister: Investoren suchen nach Alternativ-Standort

Möglicherweise müssen sie nun aber gar nicht länger gegen das Projekt ankämpfen. Auf die Pläne angesprochen, hat Bürgermeister Armin Schaupp bei der Bürgerversammlung in Bühl am Montag mitgeteilt, dass die Bauwerber auf der Suche nach Alternativ-Standorten seien. Investor Franz Bechteler wollte dazu gestern keine Stellung nehmen.


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