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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
18.04.2009

Milchbauern warnen: Bald gehen die Lichter aus

Schwarze Wolken, Fackeln im Sturm, prasselnder Regen - das Wetter gab die passende Kulisse, als über 400 Landwirte vor dem Milchwerk Sonthofen auf den dramatischen Milchpreisverfall hinwiesen. «Ein Symbol, wie es auf den Höfen aussieht», so Marianne Wirth vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM). Und mit Blick auf die Nacht: «Die Zeit der Dunkelheit ist nah.»

Dass das die ganze Region betrifft, zeigte Ofterschwangs Bürgermeister Alois Ried am Beispiel Tourismus auf, der dem Oberallgäu im Jahr 500 Millionen Euro Umsatz bringe: «Eine Grundlage ist die noch intakte Land- und Alpwirtschaft», sagte er und: «Wenn die Landwirtschaft stirbt, sterben auch Bäcker, Metzger, Apotheker und das Milchwerk - ein Massensterben.» Es sei höchste Zeit, dass sich Kanzlerin und Regierungsparteien dem Problem der Bauern so widmen wie bei Opel. Zulange habe man den eigenen Verstand ausgeschaltet und die Milchpolitik Bürokraten überlassen, so Ried. «Jetzt stirbt in der EU alle zwei Minuten ein Hof.» Nötig sei eine gezielte Revolution, um Absahnern das Wasser zu entziehen.

10000 Arbeitsplätze auf der Kippe

«Wenn nicht umgehend ohne Scheuklappen gehandelt wird, werden 10000 Arbeitsplätze in der Milchviehhaltung unwiederbringlich vernichtet», sagte Vize-Kreisvorsitzender Matthias Schütz vom BDM Lindau. Weitere 10000 seien im vor- und nachgelagerten Bereich bedroht. Laut Schütz sehen sich über 60 Prozent der deutschen Milchviehhalter binnen zwölf Monaten zur Betriebsaufgabe gezwungen. Für eine EU-weite Steuerung der Milchmenge sprach sich Josef Zengerle, Chef des Milchwirtschaftlichen Vereins Allgäu, aus. Statt der angekündigten «weichen Landung» für das 2015 geplante Quotenende in der EU habe man eine total verfahrene Situation. Er regte an, im Wahljahr Politiker aller Parteien nach ihrer Haltung in der Milchpolitik zu fragen und Druck auf die Bundeskanzlerin zu machen.

Wie Überangebot und geringe Nachfrage für schlechte Milchpreise sorgen, erklärte Heinz Lipp (Allgäuland Käsereien). Dass Lebensmittel-Produzenten viele Rezepte auf pflanzliche Ersatzstoffe umstellten, senke den Absatz weiter. Der etwa in Fertiggerichten eingesetzte Analogkäse aus Pflanzenfett habe bereits Millionenschaden angerichtet. «Wir müssen dem einen Riegel vorschieben.»


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