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Montag, 19. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
29.04.2009

Feuerwehr-Rente findet geteiltes Echo

Für jede Einsatzstunde werden 7,50 Euro verbucht, Übungs- und Fortbildungsstunden mit je 1,50 Euro angerechnet. Mit dem Eintritt in den Ruhestand wird die angesammelte Rente in einer Summe ausgeschüttet oder aber in monatlichen Raten ausgezahlt. So sieht ein kommunales Entschädigungsmodell für aktive Feuerwehrler aus, wie es derzeit in Lauben diskutiert wird. Deren Kommandant Wolfgang Mildenberger stellte die «Feuerwehrrente» seinen Kollegen bei der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Oberallgäu vor.

Der Gemeinde Lauben, so Mildenberger in einer Modellrechnung, entständen damit rund 30000 Euro Kosten im Jahr. Doch dafür könne die Kommune ihre Feuerwehraufgaben - auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels - dauerhaft und günstig erfüllen. Darüber hinaus, so Mildenberger, wäre das auch eine «angemessene Würdigung einer risikoreichen Tätigkeit».

Die Leistung der Feuerwehr könne «nicht hoch genug» eingeschätzt werden, sagt Laubens Bürgermeister Berthold Ziegler und findet die Idee der Feuerwehrrente grundsätzlich «sehr positiv». Allerdings müsse man sich fragen, ob das tatsächlich finanziert werden könne und ob am Ende auch eine angemessene Summe für den Feuerwehrrentner herauskomme. Zudem wolle er in Lauben nicht vorpreschen - gefragt sei ein Weg, den alle Gemeinden im Oberallgäu mitgehen könnten.

«Finanziell gar nicht umsetzbar für große Feuerwehren», kommentiert Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl die Überlegungen. Aus seiner Sicht würde eine Entschädigung das Ehrenamt nicht fördern, sondern untergraben. Gleichwohl bezeichnet er das Laubener Modell als einen «positiven Ansatz».

Anerkennung notwendig

Auch Otto Steiger, Bürgermeister in Blaichach, sieht bezahltes Ehrenamt eher kritisch, hält aber eine «gewisse Anerkennung» für notwendig. So unterstütze Blaichach derzeit den Zusatzführerschein von vier Feuerwehrleuten mit je 3000 Euro. Im Gegenzug müssen sich die Feuerwehrler zum Dienst in der Wehr verpflichten.

Anton Klotz, Rathauschef in Haldenwang und Sprecher der Oberallgäuer Bürgermeister, hatte von dem Laubener Modell noch nichts gehört, meint aber, wertvolle Lösungen sollten durchaus diskutiert werden. «Wenn es darum geht, Feuerwehrleute ans Ehrenamt binden zu können, kann man darüber reden.»

«Der Gedanke ist klasse», urteilt Matthias Burgdorf, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Immenstadt. Er sieht aber die Finanzierung «recht kritisch», ebenso den schon jetzt immensen Verwaltungsaufwand. Dennoch sei es unumgänglich, etwas zu tun, «um das Ganze attraktiver zu machen». Gerade für Mitglieder in größeren Feuerwehren seien die zeitlichen und psychischen Belastungen sehr groß. Er sei dazu im Gespräch mit Bürgermeister Armin Schaupp, ob Feuerwehrleute in Immenstadt umsonst parken dürften - «als kleine Anerkennung, als kleines Privileg».


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