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Allgäuer Zeitung

Montag, 19. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
20.05.2009

Mehr Sport als Schule im Kopf

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.

Untermaiselstein Trampolin springt er, seit er laufen kann. Kein Wunder: Bei Matthias Pfleiderer liegt die Sportart in der Familie. «Als ich klein war, haben meine Eltern mich mitgenommen und als Trainer hinterher gecoacht», sagt der 14-Jährige aus Untermaiselstein. Von Kindesbeinen an ist er auf dem Trampolin zuhause, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Drei bis vier Mal in der Woche trainiert Matthias jeweils für zwei bis drei Stunden.

Zeit, die Matthias dann fürs Lernen manchmal fehlt. Aber Schule und Sport zu vereinbaren, das gehe. «Das Training ist abends, und aus der Schule komme ich schon am frühen Nachmittag», erklärt der 14-jährige Trampolinturner. Da bleibe genug Zeit für Hausaufgaben, und die seien meist schnell gemacht. «Kürzertreten will ich im Training nicht», sagt Matthias bestimmt.

Stattdessen organisiert er vieles um den Sport herum: Wenn eine Schulaufgabe ansteht und am Wochenende ein Wettkampf ist, wird in der Woche vorher schon gepaukt. Seine Lieblingsfächer: Sport und Mathe.

Wettkämpfe stehen oft an und zwar deutschlandweit. In diesem Jahr war der Untermaiselsteiner zum Beispiel schon in Mainz und im westfälischen Münster. Dass dafür stets ein ganzes Wochenende draufgeht, stört Matthias nicht. Er kennt den Wettkampfalltag seit seinem siebten Lebensjahr. «Man gewöhnt sich daran», sagt er. Und der Erfolg macht vieles wett: Im vergangenen Jahr wurde der 14-Jährige deutscher Meister im Synchronturnen.

Dass er lange Jahre von seinen Eltern Sonja und Ernst Pfleiderer trainiert wurde, ist für Matthias kein Problem. Auch, wenn man da manchmal mehr Ausreden suche, gibt er zu. Und manchmal sei es schwieriger, sich von den eigenen Eltern etwas sagen zu lassen als von anderen Trainern, die Matthias mittlerweile ebenfalls coachen.

Wobei der Ehrgeiz auf jeden Fall da ist: Zuletzt hat der 14-Jährige mit Krafttraining angefangen, denn auch das sei für einen Trampolinturner wichtig. Beim Training springt er aber am liebsten frei, nach Lust und Laune, so wie es ihm gerade in den Kopf kommt. «Das macht schon Bock», sagt Matthias überzeugt. Der Alltag im Hause Pfleiderer ist sehr auf den Sport ausgerichtet, sagt Mutter Sonja. «Die ganze Familie muss mitziehen», meint sie. Wenn Wettkämpfe und Training das Alltagsleben bestimmen, bleibt manchmal wenig Zeit für anderes.

«Aber man versäumt nichts, man will es ja», sagt Vater Ernst. Dafür legt die Familie auch gut und gerne ein paar Tausend Kilometer im Jahr zurück, um auf Wettkämpfe zu fahren. Trotzdem kommen andere Dinge hin und wieder zu kurz. «Das Skifahren haben wir heuer vermisst, weil die Quali-Wettkämpfe so früh waren», gibt Ernst Pfleiderer zu, und Sonja Pfleiderer ergänzt: «Auch das Tennisspielen kommt zu kurz.» Früher hätte Matthias ohnehin noch viele andere Sportarten gemacht. «Für den müsste der Tag mehr als 24 Stunden haben.»

Den Drahtseilakt managen

Auch der Drahtseilakt zwischen Schule und Sport ließe sich managen. «Da schau ich schon drauf, denn Schule ist immer noch wichtiger», betont Sonja Pfleiderer. Auch, wenn ihr Sohn «mehr Sport im Kopf hat als Schule». Matthias glaubt aber nicht, dass er besser in der Schule wäre, wenn das Trampolinturnen nicht wäre. Im Gegenteil, auf diese Weise lerne er, seine Zeit zu organisieren. Und das wird noch eine ganze Weile nötig sein. Ernst Pfleiderer sieht nämlich für seinen Sohn durchaus die Möglichkeit, sich in der deutschen Spitze zu etablieren. Und das, wo Matthias ohne seine Eltern wohl gar nicht erst mit dem Trampolinturnen angefangen hätte. Denn schließlich, das gibt der 14-Jährige selbst zu, sei die Sportart weder besonders beliebt noch bekannt.

Drangeblieben ist er freiwillig, und nicht auf Druck der Eltern. Anders als sein Bruder Patrick. Der springt zwar auch Trampolin, zieht den Fußballplatz der Turnhalle jedoch vor.


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