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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
26.05.2009

«Ich kann doch nicht daheim sitzen bleiben»

Doris Buhl hat es auf ihrem Bergbauernhof in Sonthofen-Walten nicht mehr ausgehalten angesichts des täglichen Milchpreisverfalls. «Ich fahr mit zum Demonstrieren nach Brüssel», versicherte sie ihren Mitstreiterinnen und den Landwirts-Kollegen aus dem Oberallgäu, die einen vollbesetzten Bus organisiert hatten. Gestern waren nach eigenen Angaben 2000 Demonstranten aus zehn EU-Ländern ins Europaviertel der belgischen Hauptstadt gezogen, um von den versammelten Agrarministern rasche Schritte gegen den Absturz der Milchpreise einzufordern. Mit Doris Buhl, im Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) organisiert, hatten sich auch Bäuerinnen und Bauern aus dem Westallgäu sowie dem Ost- und Unterallgäu auf den Weg in die europaweite Machtzentrale der Agrarpolitik gemacht.

«Unsere Existenz ist massiv bedroht», machte Doris Buhl gestern deutlich, als sie per Handy die Lokalredaktion über die gemeinsame Protestaktion der Allgäuer Bauern unterrichtete. Parallel dazu gingen gestern andere Bauern, ebenfalls aus dem Allgäu und vornehmlich vom Bayerischen Bauernverband (BBV), in der Bundeshauptstadt Berlin auf die Straße. »Die Dritte Seite

«Ich sehe mich mit in der Verantwortung», nennt Bergbäuerin Buhl aus dem Sonthofener Weiler ihre solidarischen Beweggründe für die Nachtfahrt vom Allgäu nach Belgien und für den sechs Kilometer langen Marsch vom Brüsseler Stadtrand bis vor das Tagungsgebäude der Minister. Buhl: «Man kann doch nicht ruhig daheimsitzen.» Gott sei Dank war man auf ihrem Hof am Wochenende mit dem Mähen fertig.

Unterwegs - so die Schilderung der Bäuerin- schreckte zwar ein massives Polizeiaufgebot, ausgerüstet mit Wasserwerfern und Schlagstöcken, die Demonstranten von ihrem Tun ab. Doch letztendlich ließen die Politiker sogar sechs Bauernvertreter in den Konferenzort hinein, wie die Protestlerin aus dem Oberallgäu den Ablauf gestern beschrieb.

«Wir brauchen eine flexible Milchquote. Sie soll sich der Nachfrage anpassen». In dieser gestern vorgebrachten Forderung der Milchbauern sieht auch Doris Buhl den richtigen Weg, um die derzeitige Überproduktion in den Griff zu kriegen und wieder Stabilität in die ins Bodenlose wegbrechenden Milchpreise zu bringen. «Von der Demonstration erhoffe ich mir ein positives Signal auf dem Weg dahin», erklärte die Bäuerin aus dem Oberallgäu.

Auch Siegfried Spettel aus Immenstadt war bei den Demonstranten dabei. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass die EU-Agrarkommissarin aus seiner Sicht «kein Zugeständnis» gegenüber den Milchbauern gemacht hatte. Fazit für Spettel: Die Proteste gehen weiter.


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