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Allgäuer Zeitung

Montag, 9. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
08.07.2009

Einfühlsam, kreativ und natürlich

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.

Blaichach Er liebt das Laufen - und die Berge. Julian Hölzle ist Mittel- und Langstreckenläufer beim TSV Blaichach und mit einer Zeit von 2:05 Minuten amtierender Allgäuer Meister über 800 Meter. Doch den 18-Jährigen zieht es immer mehr weg von der Bahn - rein in die Berge. «Landschaftsläufe machen mir mittlerweile mehr Spaß. Die Atmosphäre ist anders. Man läuft nicht immer im Kreis und muss mehr an seine körperlichen Grenzen gehen», sagt Julian.

Als er noch zur Schule ging, blieb dem Talent mehr Zeit fürs Training und er verbrachte gemeinsam mit seinem Trainer Horst Kremel viele Stunden im Stadion. Bis zu sechs Mal wöchentlich konnte man ihn auf der Bahn oder in der Natur beim Laufen antreffen.

Lange Karriere beim TSV

Für den TSV Blaichach lief er über die Strecken 3000 m, 10 km und 15 km bei regionalen und überregionalen Wettkämpfen um die vordersten Plätze mit. Auf Wunsch seines Trainers startete er bei der diesjährigen Allgäuer Meisterschaft beim 800-Meter-Lauf und gewann. Mit intensivem Training, Ehrgeiz und Motivation wären weitere Titel gewiss, schließlich startete er als Schüler sogar mehrfach bei der Bayerischen Meisterschaft und auch sein Trainer Kremel ist vom Talent seines Schützlings überzeugt. «Julian ist in der Leichtathletik-Abteilung des TSV Blaichach das Gewächs, das am längsten dabei ist. Er hat seine Trainingspläne immer exakt wahrgenommen, viel trainiert und ist letztes Jahr mit einer Zeit von 37:06 Minuten über 10 km Allgäuer Rekord in seiner Klasse gelaufen», betont Kremel. «Doch auch für mich ist der Spaß der Kinder wichtig und Julian ist ein Outdoor-Mensch geworden. Da muss man als Trainer die Leinen losmachen.»

Seit Julian die Schule beendet und ein Praktikum begonnen hat, um seinem Berufsziel Erlebnispädagogik näher zu kommen, bleibt im weniger Zeit für ein intensives Training. Im Moment arbeitet er Vollzeit und kann sich seine Laufschuhe erst am Abend schnappen. Freitags geht er in die Laufgruppe, um mit Coach Kremel seine Technik und Ausdauer zu verbessern. Zusätzlich trainiert der 18-Jährige ein Mal die Woche selbstständig.

Doch vor allem zieht es Julian ins Gebirge. «Zur Zeit gehe ich sehr viel in die Berge, zum Bergsteigen oder viel zum Klettern», berichtet der TSV-Athlet. Auch seine Saisonziele beziehen sich weniger auf die Langstreckenläufe in der Leichtathletik, als auf die Läufe in der Natur. Am 6. September startet er beim Hochgrat-Berglauf in Oberstaufen und möchte weit vorne landen.

Im vergangenen Jahr erreichte er gemeinsam mit Raphael Giselbrecht vom Team All4nordic den dritten Platz, den er heuer verteidigen möchte. Es reizt ihn, im Berglauf mehr auf seinen Körper eingehen zu müssen und sich an seinen physischen Grenzen mit anderen Sportlern messen zu können. «In den Bergen muss man seinen Körper besser kennen, sich die Zeit und Verausgabung gut einteilen. Und man hat einfach ein gutes Gefühl, wenn man einen Berglauf geschafft hat und gut ist», erklärt Julian.

In die Leichtathletik investiert er jetzt weniger Zeit. «Ich trainiere jetzt nur noch für mich selbst, weils mir Spaß macht. Meine Leistungen sind zwar noch gut, aber ich war schon mal besser», gesteht das TSV-Talent. Doch eine Zeit muss er noch knacken: die 3000-Meter-Bestzeit seines Trainers Horst Kremel.

9:25 Minuten lief Kremel einst über diese Strecke, Julians Zeit liegt derzeit bei 9:33 Minuten. «Vorher darf er nicht aufhören», scherzt der 67-jährige Trainer. Kremel bedauert die Umorientierung von Julian sehr. Von seinem Können ist er überzeugt und schätzt auch seine Art. «Julian ist einfühlsam, denkt mit, ist kreativ beim Training, zu einem tollen Sportler gereift und natürlich geblieben», lobte der Trainer seinen Schützling.

Als Bergläufer werde man von Julian in den nächsten Jahren noch viel hören, glaubt der 67-Jährige.


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