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Sonntag, 18. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
25.07.2009

Bullwinkel wird geschlossen, Kurbeitrag bleibt unangetastet

Oberstdorf will sparen: Der Gemeinderat hat ein umfassendes Paket beschlossen, um seinen Haushalt langfristig zu sanieren. Noch im Jahr 2009 plant der Markt mit Einsparungen von 71000 Euro, ab 2010 mit 440000 Euro weniger Ausgaben. Unangetastet bleiben laut Ratsbeschluss Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag. Ob Oberstdorf nun seinen Haushalt genehmigt bekommt, ist weiter offen. «Wir warten auf eine offizielle Stellungnahme aus Oberstdorf und werden diese so wohlwollend prüfen, wie es uns als Landratsamt möglich ist», sagt Pressesprecher Andreas Kaenders. Oberstdorf hatte um eine Million Euro die Mindestzuführung verfehlt. Darauf entschied sich der Rat für eine Steuererhöhung - trotzdem fehlten noch 400000 Euro.

Zweifelhaft war zunächst, ob sich eine Mehrheit finden wird für die Schließung des Jugendhaus Bullwinkel. Mit Transparenten demonstrierten vor der Sitzung rund 30 Jugendliche aus Oberstdorf und Immenstadt für dessen Erhalt. In der Ratssitzung sprachen sich dann weit mehr Mandatsträger als noch vor kurzem im Finanzausschuss gegen eine Bullwinkelschließung aus.

Bürgermeister Laurent Mies betonte mehrfach: Es gehe hier nicht darum, Jugendarbeit und alternative Jugendkultur wegzurationalisieren. Vielmehr sei das Angebot an einer pädagogischen und sozialen Jugendarbeit derzeit in Oberstdorf kaum gefragt. Mies appellierte an die junge Zuhörerschaft: Die Immobilie bleibe in Gemeindebesitz. Sollte sich eine Gruppe - etwa ein Verein - finden, die den Bullwinkel weiter betreibt, sei er der Letzte, der das nicht unterstützen werde.

Mehrere Räte bezweifelten, dass dies funktionieren werde. Alexander Rößle (SPD): «Ist der Bullwinkel einmal zu, bekommen wir so etwas so leicht nicht wieder.» Stephan Knoll (CSU) verwies darauf: Jugendliche in Einzelbetreuung kämen den Steuerzahler weit teurer als eine offene Jugendarbeit. Am Ende sprachen sich 13 zu zehn Räte für die Schließung Ende 2009 aus.

Eine Diskussion entspann sich auch rund um Oberstdorfs Tourismus-Informationen. Angeregt wurde: Sollte nicht auch die Information am Bahnhof geschlossen werden? Oder sei nicht gar der Bahnhof ein geeigneterer Standort als das Oberstdorf-Haus? Mit zwei Gegenstimmen sprach sich das Gremium letztlich jedoch lediglich für die Reduzierung der Öffnungszeiten aus.

Erst Einsparmöglichkeiten nutzen

Eine klare Mehrheit lehnte zudem den Vorschlag ab, den Fremdenverkehrsbeitrag ab Januar 2010 um ein Prozent und den Kurbeitrag ab November 2010 um 20 Cent zu erhöhen. Die stellvertretende Tourismus-Chefin Petra Genster betonte in dem Zusammenhang, wie wichtig mehr finanzieller Spielraum im Marketing wäre. Die mehrheitliche Aussage im Rat aber ging dahin: Erst müssten sämtliche Einsparmöglichkeiten genutzt werden, ehe man die Vermieterschaft zusätzlich belaste.


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