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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
28.07.2009

Wenn Schuhe Geschichten erzählen

Schuhe sollen ja einiges über Charakter und Gewohnheiten ihrer Träger verraten! So richten manche Menschen bei der Begegnung mit einem Unbekannten den ersten Blick - nein, nicht in die Augen, sondern auf die Fußbekleidung ihres Gegenübers. Die Vorarlberger Künstlerin Cornelia Blum hat aus dieser Erkenntnis eine ganze Objekt-Serie gestaltet, die sie derzeit mit weiteren (thematisch wie konzeptionell) vielfältigen Arbeiten im Hirschegger Naturhotel Chesa Valisa präsentiert.


Gleich im Eingangsbereich sind sie an die Wand genagelt - Schuhe,
abendfein herausgeputzt, in leuchtendem Pink oder als
wettergegerbte Alpin-Experten. Gemeinsam mit Gummistiefeln,
Flip-Flops oder anderen aktuellen «Fußnoten»
erzählen sie Geschichten der «tragenden»
Personen und geben ein Stück ihrer Persönlichkeit
preis. Cornelia Blum hat die Originale mit verschiedenen Papieren
abgeformt und mittels Buchbinderleim zu beredten Objekten
verdichtet.



Schnüre und Kleister bezeugen den textilen Schwerpunkt



Im weiteren Ausstellungsreigen bezeugen «Gestricktes,
Gezeichnetes, Abformungen und Collagen» sowie interessante
Arbeiten mit gesponnenen Papierschnüren, Seidenpapier und
Kleister den textilen Studien-Schwerpunkt (HTBl Salzburg) dieser
ungewöhnlichen Künstlerin.



Die gymnasiale Kunsterzieherin und Dozentin in Riedenburg/Bregenz
ist Mitglied im Berufsverband bildender Künstler Salzburg,
sowie Österreichischer Kunst- und Werkerzieher und
Gründungsmitglied des Vorarlberger Forums für aktuelle
Kunst. Durch zahlreiche Ausstellungen und Publikationen hat sich
Cornelia Blum mittlerweile in der Kunstszene einen Namen gemacht.



Jetzt nahm sie sich eine «Auszeit», ein Jahr des
Rückzugs und der Stille, um bar jeglicher beruflicher
Verpflichtungen ihr kreatives Potenzial - in der Abgeschiedenheit
ihres Aterliers - auszuschöpfen. «Mal einfach nur das
zu tun, was mir Spaß macht», sagte Blum bei der
Vernissage in der Chesa Valisa.



Und dieses etwas andere Hotel bietet einen adäquaten Rahmen
für die ebenso etwas andere künstlerische Botschaft,
vermittelt durch ungewöhnliche Techniken und Materialien.
Wie die Masken im Wintergarten beispielsweise oder die auf Glas
gemalten Bilder in einer Mischtechnik aus Collage, Frottage und
Radierung. «To live is to risk» und «An der
Hand» hat die Künstlerin diese Arbeiten vieldeutbar
betitelt. Dazwischen eine vitale naturalistische Studie
«Das Leben der Hyazinthe», die in «weicher
Unschärfe» zwischen Malerei und Fotografie jongliert.



Ausstellungsdauer: Zusehen sind die
«Auszeit»-Ergebnisse von Cornelia Blum noch bis zum
November im Naturhotel Chesa Valisa in Hirschegg im
Kleinwalsertal.

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