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Allgäuer Zeitung

Montag, 16. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
05.08.2009

Auch der Bauer ist eine wichtige Figur

Ein quadratisches Spielbrett liegt auf dem Tisch, das in 64 schwarze und weiße quadratische Felder aufgeteilt ist. Jeweils 16 schwarze und weiße Schachfiguren stehen darauf. Konzentriert schauen die Kinder der Schachfreunde (SF) Buchenberg auf Damen, Könige, Türme und Bauern. Kürzlich hatten die Sechs- bis Neunjährigen um ihren Betreuer Thomas Garber (37) ihr erstes Freundschaftsspiel in Sonthofen.


Für Erwachsene erscheint die Situation im Trainingsraum der
Schach-Knirpse eigenartig. Es sind zwar kleine Kinder im Raum,
aber es wird nichts durch den Raum geschmissen und niemand
schreit. In einer Reihe sitzen sich jeweils zwei Kinder
gegenüber. Zwischen ihnen das Schachbrett. Aber langweilig
scheint es den elf Buben nicht zu sein. «Schach macht
Spaß. Vor allem, wenn ich gegen Sven spielen kann»,
sagt David Mach (9). «Der spielt nämlich genauso gut
wie ich.» Teilweise mit fünf Jahren haben die kleinen
Schachspieler begonnen, die Figuren auf dem Feld zu ziehen.
«Am Anfang hat Thomas uns beigebracht, dass jede Figur
ihren besonderen Wertigkeit hat», erklärt David. Also
auch der Bauer soll nicht so ohne Weiteres geopfert werden.



Eine Sache nervt den neunjährigen Jugend-Vereinsmeister dann
aber doch am Schach: die tickende Uhr. 20 Minuten haben die
Kleinen Bedenkzeit. «Bei so kleinen Kindern macht es noch
keinen Sinn, über eine Stunde oder länger zu
spielen», fügt Thomas Garber an. Bei dem
Freundschaftsspiel gegen Sonthofen haben die Buchenberger ganz
gut mitgehalten. «Die Sonthofer waren auch schon
älter, und es war das erste Turnier, an dem die Kids
teilgenommen haben», sagt Garber. Alle haben am Brett
wacker gekämpft. «Ich konnte mit meinem König
nicht mehr ziehen und meine Gegnerin auch nicht»,
erzählt Pascal Marka (7) von seinem Unentschieden.
«Aber am liebsten setzte ich jemanden matt.»



«Die stärkste Figur ist die Dame, weil sie in alle
Richtungen ziehen kann», hat Janek Garber (7) schon
gelernt. «Und die wichtigste Figur ist der König. Auf
den müssen alle anderen Figuren aufpassen», weiß
er. In der Trainingsgruppe hat Janek übrigens keinen
Lieblingsgegner. Nur daheim, da will er auf dem quadratischen
Spielbrett am liebsten seinen Papa matt setzen.

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