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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
31.08.2009

Räte beißen sich an Details fest

Nach München ist die Marktgemeinde Oberstdorf die zweitgrößte Flächengemeinde Bayerns. Ex-Bürgermeister Eduard Geyer pflegte es, Besuchern schmunzelnd beizubringen, dass Oberstdorf größer sei als der Vatikan, Liechtenstein und Monaco zusammen. Deswegen ist es nicht einfach, einen der heutigen Zeit angepassten neuen Flächennutzungsplan in Gang zu bringen. Seit 2005 bemüht man sich darum. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats erfolgte ein weiterer Schritt. Doch ungeachtet der immensen Größe des Gemeinde-Terrains biss sich das Gremium an Einzelheiten fest.


Nachdem das Kommunalparlament Ende Juni einen ganzen Tag lang
Problemfälle hin und her gewälzt hatte, ging es jetzt
darum, noch verbliebene Details abzuklären. Denn das
Grundlagenpapier für die bauliche Zukunft muss noch einmal
für jedermann zur Einsicht offengelegt werden, bevor es die
Aufsichtsbehörde wegen einer Genehmigung zu Gesicht bekommt.



Gleich zu Beginn der von sehr vielen Zuhörern im
Sitzungssaal verfolgten Rats-Zusammenkunft fuhr der
FW-Fraktionsvorsitzende Martin Geißler schweres
Geschütz auf. Es ging zwar nur darum, ob eine
Grünfläche unweit der Mühlenbrücke und des
beliebten ortsnahen Rodelhangs (Oberes Öschle) mit einem
Wohnhaus versehen werden darf. Doch Geißler sah damit
«eine Katastrophe» auf den Ort zurollen.



Er glaubt, dass Ideen Tür und Tor geöffnet wird, die
vor 40 Jahren im Tourismusort gehegt, aber verworfen worden
waren: eine Ringstraße über den Süden des Orts
(Kratzerstraße) hin zur Nebelhornbahn-Talstation. Indes
waren nur weitere sechs Räte auf Geißlers Seite.



Zwei Grundstücksstreifen, die im Süden der Gemeinde
(«Auf der Höh») einem prominenten Ratsmitglied
gehören, waren bereits in das Grundlagenpapier aufgenommen
worden, ohne dass dafür eine rechtliche Grundlage durch
einen Beschluss des Gemeinderats bestand. Dieses Versäumnis
räumte das Bauamt auch ein. Nun sollte das Ganze
«geheilt» werden. Erst vor wenigen Tagen hatte ein
Bürger beanstandet, dass plötzlich dort
Bauerwartungsland geschaffen werde (wir berichteten).



Auch hier wehrte sich Martin Geißler gegen ein
nachträgliches Einverständnis des Rates, womit er
diesmal die Kollegen auf seiner Seite hatte.



Eine freie Sichtachse zu den Bergen soll bei einem weiteren
Detail des Flächennutzungsplans Vorrang vor der Bebauung
eines Grundstücks am Mühlenweg erhalten. Je länger
über Sinn und Notwendigkeit dieser Randfrage diskutiert
wurde, desto größer war am Ende die Verwirrung unter
den Räten. Quintessenz der ausgiebigen Diskussion: Die von
der Verwaltung empfohlene Umänderung wegen der Sichtachse
wird verworfen.

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