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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
01.09.2009

Der Stolperer eines Kleinhirten löst tragischen Unfall aus

Tragischer Unfall an der Rappenalpe bei Oberstdorf: Bei Reparaturarbeiten an einem Weidezaun auf der hochgelegenen Alpe in der Nähe der Rappenseehütte ist ein 14-jähriger Kleinhirte gestolpert und 40 Meter über steiles Schrofengelände abgestürzt. Der Junge, der aus Burgberg stammt, trug lebensgefährliche Verletzungen davon. Die Bergwacht Oberstdorf musste eine Hubschrauber-Bergung mit der Seilwinde einleiten, damit der Verunglückte zur Behandlung seiner schweren Kopf- und Beckenverletzungen schnell ins Krankenhaus gelangte.


Hirten sind eigentlich trittsicher



Einsatzleiter Andreas Tauser kann sich nicht daran erinnern, dass
es in den letzten Jahren einen so schweren Unfall unter Alphirten
und deren Helfer gegeben hat. Oberalpmeister Hans Wirth hat
ebenfalls keine Kenntnis von solchen tragischen Geschehnissen,
obwohl die Oberstdorfer Alpen stellenweise Höhen über
2000 Meter erfassen. Die Alphirten und auch die Kleinhirten seien
«alle trittsicher», sagt Wirth. Kleinhirte kann man
nach den Worten des Oberalpmeisters schon mit zwölf Jahren
werden. Meist stammen die Buben, die dem Alphirten im Bergsommer
zur Hand gehen, aus der Landwirtschaft oder sind Kinder von
Hirtenfamilien.



Nach Angaben von Bergwacht-Mann Tauser ereignete sich der Unfall
in der Nähe des Gedenkkreuzes, wo im Sommer Bergmessen
gefeiert werden. An der Stelle, wo sich der Absturz des Buben
ereignete, gibt es einen Steilhang mit einer Neigung von 80
Prozent, der dann in weniger steiles, aber felsdurchsetztes
Gelände übergeht. Wegen seiner schweren Verletzungen
musste der Hirtenjunge noch in der Nacht vom Krankenhaus Kempten
ins Zentralklinikum Augsburg verlegt werden.



Nebeldecke erschwert Einsatz



Die Bergwacht Oberstdorf hatte am Wochenende aber noch weitere
Einsätze zu verzeichnen. So war ein Bergwanderer am
Rossgundkopf im Grenzgebiet von Oberstdorf und Kleinwalsertal
gestolpert und mit Verletzungen liegen geblieben. Der
Rettungshubschrauber setzte Bergwachtler kurz vor der Nebelgrenze
ab, von wo aus sich die Alpinhelfer zu Fuß auf den Weg zum
Verunglückten machten.



Von der anderen Seite des Grats kamen ihnen Mitglieder der
Bergrettung Kleinwalsertal mit einer Gebirgstrage entgegen.
Kurzzeitig öffnete sich dann aber die Nebeldecke und der
Hubschrauber konnte doch noch für die Taubergung eingesetzt
werden.



Eine weitere Alarmierung der Bergwachtler gab es, weil eine
Reisegruppe nach einer Tour in der Breitachklamm bei Tiefenbach
ein Mitglied der Gruppe vermisste. Zwei Helfer suchten die Klamm
ab. Zwischenzeitlich hatte sich der Mann selbst gemeldet.

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