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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
30.09.2009

Sportler rollern jetzt auf 6,8 Kilometern durchs Ried

Der Weg bis dahin war lang, die Bauphase kurz: Am Samstag, 3. Oktober, wird die Rollerbahn im Ried eröffnet. Mit 900000 Euro war die Baumaßnahme veranschlagt. Der Markt Oberstdorf sowie der Landkreis steuern je 50 000 Euro bei, die Restfinanzierung übernehmen weitgehend Bund, Land und die Nordische Skisport GmbH.


Die 2,8 Kilometer lange, anspruchsvolle Strecke im Zimmeroy wurde
bereits 2003/04 im Vorfeld der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften
2005 realisiert. «Aus sportfachlicher Sicht war der
Abschnitt am wichtigsten», sagt Stefan Huber,
Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs-GmbH.
Die Anbindung ans Langlaufstadion Ried sei damals vor allem aus
finanziellen Gründen zurückgestellt worden.



Im Jahr nach der WM aber gingen die Planungen weiter: Ein
entsprechender Antrag wurde bei Bund und Land eingereicht,
Finanzierungsgespräche geführt und vor allem mit den
Rechtlern wurde die Streckenführung diskutiert. Dass die 6,8
Kilometer lange Rollerbahn eine Funktionsfläche ist,
darüber ist sich Huber klar. Er betont aber: Man habe
versucht, den Flächenverbrauch und damit den Eingriff in die
Natur so gering wie möglich zu halten.



Knapp 1,4 Hektar waren auszugleichen - in Teilen ist dies an der
Sölleralpe bereits geschehen.



«Ziel war es, im Frühjahr mit den Bauarbeiten
anzufangen. Verschiedene Punkte waren noch mit der Gemeinde zu
klären, der Baubeginn verzögerte sich bis in den
Juli», sagt Huber. Fest stand: Zum OPA-Alpencup soll die
Bahn eröffnen. «Das Wetter hat mitgespielt, letzte
Woche war Endabnahme», so der
SVG-Geschäftsführer. Nur die Beschilderung fehlt noch -
die solle im Frühjahr folgen, wenn der Sport auf erste
Erfahrungen zurückgreifen kann.



Josef Geiger, Vorsitzender des Skiclubs Oberstdorf,
begrüßt, dass die komplette Bahn endlich realisiert
ist - gerade was die Sicherheit angeht. Mancher Sportler sei
vorher auf öffentlicher Straße gerollert.



«Deutliche Qualitätssteigerung für den
Hochleistungssport»



Skiinternatsgeschäftsführer Peter Bösl spricht
zudem von einer deutlichen Qualitätssteigerung für den
Hochleistungssport: Bis zu 40 Kilometer Training am Tag seien
üblich - auf 2,8 Kilometern bislang eine eintönige
Sache. Die Strecke Zimmeroy ist mit den neuen Abschnitten
Riedwald und Burgstall über einen «Ringverkehr»
verbunden. Bösl begrüßt zudem den Anschluss ans
Langlaufstadion: Das Funktionsgebäude könne jetzt auch
im Sommer von den Athleten genutzt werden - als Möglichkeit
zum Umkleiden, für wissenschaftliche Untersuchungen oder
beim Techniktraining mit Video. Mit der Bahn sei eine
Notwendigkeit erledigt, betont Huber, um im Sommertraining mit
Bundesstützpunkten und Landesleistungszentren mithalten zu
können.



Was es bedeute, wenn Prädikate verloren gehen, sehe man am
Eissportzentrum. Angedacht ist zudem eine touristische Nutzung
der Anlage. «Das ist für Oberstdorf eine große
Chance», so Huber - der Sport benötige die Bahn keine
zwölf Stunden am Tag. Ob eine zeitliche Aufteilung sinnvoll
wäre, um Konflikte zu vermeiden, müsse sich zeigen.
Jetzt setzt Huber zunächst auf gegenseitige
Rücksichtnahme: «Wichtig ist, dass sich alle an die
Fahrtrichtung halten.»

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