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Allgäuer Zeitung

Samstag, 14. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
25.11.2009

Ein paar Sekunden Vogelperspektive

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.


Schöllang Es vergeht kein Tag, an dem Daniel Althaus nicht
zumindest für ein paar kostbare Sekunden die Welt von oben
sieht. Wenn er die Anlaufspur hinuntersaust, am Schanzentisch
abspringt und durch die Luft fliegt. Daniel ist Skispringer, seit
acht Jahren, und er träumt von Olympia. Dafür trainiert
er hart: Fünf Tage die Woche. Selten kürzer als
zweieinhalb Stunden pro Tag.



Im zarten Alter von acht Jahren hat Daniel mit dem Skispringen
begonnen. Als er die Adler auf dem Fernsehbildschirm fliegen sah,
war seine Neugierde geweckt: Das wollte er auch einmal
ausprobieren. Das Fliegen durch die Luft ist auch heute, acht
Jahre später, noch das, was den 16-Jährigen am
Skispringen fasziniert. Tausendmal besser, als zu Hause vorm
Computer oder Fernseher zu hocken, findet Daniel.



Aber ein Klacks ist Skispringen freilich nicht, das sieht jeder
sofort: Die Konzentration vom Anlauf bis zur Landung ohne die
kleinste Unterbrechung aufrechtzuerhalten, das sei das Wichtigste
und mitunter auch das Schwierigste beim Skispringen. «Man
darf sich unter keinen Umständen ablenken lassen und muss
immer bei der Sache sein», erzählt Daniel. Und ein
bisschen Mut gehört auch dazu. Meistens springt der
16-Jährige, der beim SC Oberstdorf trainiert, von der
K90-Schanze, immer wieder aber auch von der K120. «Als ich
zum ersten Mal dort oben stand, habe ich schon ziemlich viel
Respekt davor gehabt», erinnert sich der
Nachwuchsskispringer. «Aber je älter ich dann geworden
bin, desto mehr habe ich mich getraut.»



Erst Hausaufgaben, dann Training



Zum Training gehört nicht nur das Springen, sondern auch
Sprints, Hürdensprünge und Krafttraining. Daniel steckt
einen enormen Zeitaufwand in die Übungseinheiten, aber Sport
und Schule jongliert er trotzdem ganz locker. «Das ist ganz
gut zu organisieren. Nach der Schule erledige ich die
Hausaufgaben, gegen fünf gehts dann zum Training.»



Einschränken muss sich der 16-Jährige hingegen in
Sachen Ernährung. «Da muss man schon aufpassen»,
weiß er. Schokolade und Süßes gibt es nur in
Maßen oder noch besser gar nicht, Cola ist ebenso tabu,
stattdessen gibt es Wasser. «Daheim ist das manchmal
schwer, auf Lehrgängen ist es dagegen meist etwas einfacher,
sich daran zu halten», berichtet Daniel. Motivationskrisen
kennt der 16-Jährige aus Schöllang nicht. Das Training
macht ihm eigentlich immer Spaß, und das sei das
Wichtigste.



Deswegen steht der Sport in seiner Freizeit auch an erster
Stelle, Training hat Priorität. Freunde und Bekannte
würden dafür Verständnis aufbringen. «Wenn
ich mal im Weltcup springe, können sie erzählen, dass
sie mich kennen und früher was mit mir unternommen
haben» - dieses «Argument» hört Daniel von
seinen Freunden oft. Dank seiner Freunde ist es auch kein
Problem, wenn es in der Schule doch mal schwer ist und er des
Skispringens wegen mal eine Woche fehlt. «Die schicken mir
dann die Sachen zu, die ich verpasst habe. Das funktioniert
zuverlässig.»



Das Skispingen nimmt in Daniels Leben viel Platz ein: Manchmal
ist über Wochen fast jedes Wochenende ein Wettkampf, dazu
das Training. «Solche Perioden sind schon hart, aber wenn
man dranbleibt, wird man belohnt und sieht Ergebnisse»,
sagt der Schüler. In der Familie ist Skispringen oft Thema:
Seine Geschwister Felix (zehn Jahre) und Katharina (13 Jahre alt)
springen auch.



«Er hat sich super entwickelt», sagt Daniels
ehemaliger Trainer Thomas Müller über ihn. 140 Meter,
das war bisher Daniels weitester Sprung. Sein Ziel, Olympia 2014,
hat der 16-Jährige ganz fest im Blick. «Man muss
einfach dranbleiben, darf nicht locker lassen. Dann kann das ganz
schnell gehen, wenn man immer vorne mit dabei ist.»

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