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Allgäuer Zeitung

Montag, 9. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
15.12.2009

Eine Brücke zwischen Medizin und Spiritualität

Einen Brückenschlag zwischen Medizin, Psychotherapie und Spiritualität hat sich die neu gegründete «Dr. Georg Reisach Akademie» auf ihre Fahnen geschrieben. Gegründet wurde sie von Freunden und Förderern der Hochgrat-Klinik in Stiefenhofen und der Adula-Klinik in Oberstdorf. Zu ersten Vorträgen kamen über 200 Besucher. Mit Professor Gerald Hüther referierte ein bekannter Hirnforscher populär über die «Spiritualität aus neurobiologischer Sicht».


Den Patienten als «ganzheitliches, Sinn suchendes und damit
auch spirituell begabtes Wesen» zu begreifen, das haben
sich die beiden Kliniken zur Vorgabe gemacht und das ist auch
Gegenstand der Arbeit der Akademie. Insbesondere durch den
Beirat, in dem sich Fachleute aus dem gesamten deutschsprachigen
Raum finden, soll die Arbeit der Akademie gefördert werden.



Zu Beginn umfasst der Beirat 17 Mitglieder aus den Bereichen
Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft, Kultur und Publizistik. Eine
Ausbildungstätigkeit im Rahmen der Akademie wird es nicht
geben, wohl aber Vorträge, von denen einerseits die
Mitarbeiter der Kliniken profitieren sollen, andererseits aber
auch Besucher. Denn die Vorträge wenden sich
«verstärkt auch an die Öffentlichkeit», so
Dr. Georg Reisach, der als Gründer und
Geschäftsführer der beiden Kliniken Namensgeber der
Akademie ist.



Zudem ist jährlich ein Treffen in der Hochgrat-Klinik im
Stiefenhofener Ortsteil Wolfsried geplant. Die Initiative zur
Gründung der Akademie ging vom ärztlichen Direktor der
Klinik, Professor Joachim Bauer, aus. Er betonte, dass «es
vielerorts Einschränkungen medizinischer Qualität
aufgrund des wirtschaftlichen Drucks» gäbe, aber:
«Unsere Kliniken gehen diesen Weg nicht».



Mit Professor Gerald Hüther gehört ein renommierter
Hirnforscher, der in Göttingen und Heidelberg arbeitet, zu
den Beiratsmitgliedern. Er war nach Stiefenhofen gekommen und
begeisterte die Zuhörer. Hüther verstand es,
wissenschaftliche Erkenntnisse «volksnah» zu
verdeutlichen. So stellte er fest: «Es könnte sich
viel ändern in der Therapie, wenn wir es schaffen
würden, zu begeistern».



Elementar sei der Wunsch jedes Menschen, sich fortzubilden und zu
einer Gemeinschaft zu gehören.

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