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Allgäuer Zeitung

Montag, 16. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
30.12.2009

Auf Jules Vernes Spuren von Indien nach Japan

Auch wenn das Auftaktstück «Rise of the Firebird» hieß, kamen die Musiker der Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang mit ihrem Dirigenten Martin Schneider mit ihrem rundum gelungenen Programm nicht wie Phoenix aus der Asche. Besucher wissen das Niveau des traditionellen Weihnachtskonzertes als das Ergebnis jahrelanger Aufbau- und Nachwuchsarbeit zu schätzen.


Vor 60 Jahren fanden sich elf Musiker aus Ofterschwang noch als
Anfänger zum gemeinsamen Musizieren und schlossen sich zwei
Jahre später mit den Kollegen aus Bihlerdorf zusammen, heute
präsentiert sich ein 65 Musiker umfassendes Ensemble, das
sich seiner Wurzeln nach wie vor sehr bewusst ist.



Die Trompetensignale kündigen bei Richard Wagners Oper
«Tannhäuser» den Einzug der Gäste auf der
Warburg an, und, arrangiert von Andreas Schorer, war diese
feierliche Musik als schöner Bläsersatz zu hören.
Die weichen Töne entlockte virtuos Teresa Ney ihrem
Instrument beim Concertino für Klarinette und Orchester von
Carl Maria von Weber: ein Bravourstück der Solistin und eine
sensible Begleitung des Orchesters.



Mit auf die Reise «In 80 Tagen um die Welt» nahmen
dann die Bihlerdorf-Ofterschwanger ihr Publikum durch die Musik
zum gleichnamigen Roman von Jules Verne, komponiert von Otto M.
Schwarz. Es war eine Reise durch die Klangwelten und rhythmischen
Möglichkeiten des Blasorchesters: Das Publikum hörte
Indien und seine Elefanten, Japan und den Wilden Westen,
Indianerüberfall und Schiffsreise. Ein Glanzstück der
Blasmusik und des Abends.



Dass auch Marschmusik ihren festlichen Glanz entfalten kann, wenn
sie differenziert musiziert wird, war beim Andreas-Hofer-Marsch
von Gustav Mahr, beim preußischen Präsentiermarsch von
Friedrich Wilhelm III. und beim Marsch «Auf Adlers
Schwingen» von Alexander Pfluger zu hören.



Den solistischen Höhepunkt des zweiten Programmteils stellte
die Filmmusik «Children of Sanchez» von Chuck
Mangione dar, mit der Trompeter Andreas Sprinkart brillierte.



«Hair» und die «Karlspolka»



Für die richtige Einstimmung des Publikums auf die
unterschiedlichen Musikstile sorgte Andreas Bertele, der
zwischendurch sein Tenorhorn zur Konzertansage beiseitelegte und
mit der richtigen Mischung aus Sprachgewalt und kurzen
Informationen seine Zuhörer durch das Programm führte.
Und das musikalische Spektrum des Abends war breit, es reichte
von der Rockoper «Hair» aus den Flower-Power-Zeiten
bis zur «Karlspolka», einem feinen Stück
böhmischer Blasmusik.



All das ging beim Weihnachtskonzert der Blaskapelle
Bihlerdorf-Ofterschwang wunderbar zusammen: Blasmusik in ihrer
Vielfalt und als ein unterhaltsames Hörerlebnis

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