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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
13.01.2010

Ein Café auf Eichenpfählen «mitten» im Sonthofer See

Eine spannende Vision: Ein edles Seecafé auf eichenen Pfählen im Sonthofer See samt einer rund um die Uhr offenen Toilettenanlage. Erreichbar über einen 10 Meter langen Steg. Mit diesen Gedanken trägt sich die Gemeinde Ofterschwang, und das mit Wohlwollen in Sonthofen. Auch wenn es noch keine detaillierten Pläne gibt - Überlegungen hat Bürgermeister Alois Ried einige. Wichtiges Ziel: Gemeinde und Nachbarstadt wollen an dem in Privatbesitz befindlichen, aber öffentlich genutzten See mehr Ordnung haben.


Ärger mit wild durchs Gelände geworfenem Müll von
feierfreudigen Nachtschwärmern gibt es am See gerade in
lauen Sommernächten immer wieder. Gedanke ist nun, ein
Café mit Toiletten zu errichten und günstig zu
verpachten. Aufgabe des Betreibers wäre es dafür, rund
um den See für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen sowie gerade
die Liegewiesen regelmäßig zu mähen. Die beiden
Kommunen könnten sich so viele Einsatzstunden ihrer
Bauhöfe sparen. «Und wir hätten mit dem
Café-Betreiber eine Art Hausmeister für den
See», sagt Ried.



Nach seinen Worten ist das Projekt zweigeteilt: Die
Toilettenanlage will die Gemeinde Ofterschwang gemeinsam mit der
Stadt Sonthofen errichten und die Kosten teilen - weil ja beide
profitieren. Das könnte sich auch Sonthofens
Bürgermeister Hubert Buhl gut vorstellen, wenn der Stadtrat
zustimmt.



Das Café will Ried in Ofterschwanger Regie bauen. Wobei
die Gemeinde zwar Bauherr, aber nicht Finanzier sein soll. Ried
möchte diesen Teil über private Sponsoren
verwirklichen. Entstehen soll keine
«Hully-Gully-Bar», sondern ein Lokal, in dem es
ordentliches Essen und nicht nur Currywurst gibt - kombiniert mit
dem Verkauf heimischer Produkte.



Der Bau könnte auf Ofterschwanger Flur, an der See-Westseite
Platz finden. So gäbe es Anschlussmöglichkeit ans
Wasser- und Kanalnetz von Oberzollbrücke. Zudem wären
die Anlagen von Sonthofens Badewiese aus gut erreichbar. Und: Der
Pfahlbau soll keinen Ärger mit den Fischern machen.



Wie Buhl sagt, habe er sich vor Jahren mit dem Fischereiverein
verständigt, dass man den westlichen Seebereich mehr
für die Freizeitnutzung entwickeln wolle, den östlichen
vor allem für Fischer und die Natur.

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