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Allgäuer Zeitung

Montag, 19. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
09.03.2010

Eine «Leiche» sorgt für Chaos

Eigentlich stellt man sich ein Pfarrhaus ja eher ruhig und beschaulich vor. Dass dem zumindest im Bühnenleben nicht so ist, stellt die Theatergruppe Fluhenstein in ihrem neuesten Schwank «Hochwürden auf der Flucht» gewohnt amüsant unter Beweis. In Walter Pfaus Stück - von Spielleiter Siegfried Rauscher in Oberallgäuer Mundart umgesetzt - verwandelt das erfolgreiche Ensemble den Pfarrhof einer kleinen Gemeinde in einen regelrechten Taubenschlag und gönnt der Lachmuskulatur ihrer Zuschauer bei der Premiere im vollbesetzten Sonthofer Gasthof «Fluhenstein» kaum eine Pause.


Die Predigt diktiert



Auslöser für all den Trubel ist ein vermeintlicher
Leichenfund in der Sakristei. Doch als Trude, die
Haushälterin im Pfarrhaus (wieder einmal eine Paraderolle
für Margit Schmid), den angeblich Verstorbenen als den
Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Herrmann Brüllmeier (treffend
in Szene gesetzt von Andreas Adelgoß) identifiziert, ist
keiner so recht bestürzt über den
«Todesfall». Kein Wunder, war doch Brüllmeier
ein wahrer Tyrann, der nicht nur die Themen für die Predigt
diktiert hat, sondern auch Trude vorschrieb, wie sie die
gewaschene Unterwäsche aufzuhängen hat.



Lediglich Pfarrgemeinderätin Marion Herr (alias Manuela
Schuhwerk) weiß mehr und verfrachtet den scheinbar leblosen
Brüllmeier, der «nur» einen Schlag auf den Kopf
bekommen hat, kurzerhand ins Pfarrhaus, wo nicht gerade
zimperlich mit ihm umgesprungen wird.



In den Schrank verfrachtet



Der Mesner (Siegfried Rauscher) kümmert sich lieber um seine
geliebten Ziegen, als um seine kirchlichen Pflichten. Da
erscheint ihm diese «Leiche» mehr als lästig.
Brüllmeiers Frau (Monika Brutscher) und Tochter Eva (Marina
Übelhör) wollen Brüllmeiers Tod nicht glauben und
den Mann und Vater tatkräftig überzeugen, dass er die
geplante Hochzeit von Eva nicht verhindern kann, und Robert, der
Schwiegersohn in spe (gespielt von Andreas Buhl) verfrachtet den
Bewusstlosen gleich kurzerhand in den Kleiderschrank des
Pfarrers, um ihn loszuwerden.



Doch was hält Hoch-, oder besser gesagt,
«Merkwürden» selber von all dem Chaos? Der etwas
verwirrte Pfarrer (von Josef Schmid in überragender Weise
verkörpert) will eigentlich nur in Ruhe seine Predigt
vorbereiten und von all dem Trubel im Grunde gar nichts wissen -
so ist er deshalb auch buchstäblich ständig auf der
Flucht.



Wie sich all diese Querelen auflösen und ob endlich Ruhe und
Beschaulichkeit einziehen können, sei wegen der Spannung
für weitere Aufführungen hier nicht verraten. Nur so
viel vorweg: Das Publikum sollte sich definitiv auf
Lachmuskelkater gefasst machen.

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