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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
13.04.2010

Zwanzig Finger huschen über die Tasten

Im Vergleich zu einem Klavier haben Organisten auf den Manualen einer traditionellen Orgel vierzig Zentimeter weniger Raum, da diese nur über fünfeinhalb Oktaven Umfang verfügen. So gesehen ist ein Konzert, bei dem gleichzeitig zwei Organisten spielen, für die Musiker bereits eine Herausforderung.


Dieser Aufgabe stellten sich Dorforganist Harald Dreher und der
talentierte Hannes Ritschel in der Steiner Kirche auf dem
Instrument des Knottenrieder Orgelbauers Siegfried Schmid. Die
vielen Benefizkonzerte zugunsten der neuen Orgel in St. Mauritius
haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Gemeinde die Summe
von 142000 Euro für das Instrument mittlerweile bis auf
knapp 1000 Euro aufbringen konnte.



So wie viele Konzerte, die Harald Dreher mit organisierte, war
auch dieses Orgelprogramm ein ganz besonderes Schmankerl. Orgel
zu vier Händen hört man ausgesprochen selten, was nicht
zuletzt an der wenig umfangreichen Literatur liegt, die
dafür zur Verfügung steht.



So standen im Mittelpunkt des Abends Werke des Engländers
Samuel Wesley, denn im Gegensatz zu den bei uns
üblicherweise vertretenen kontinentalen Orgeln stellen die
Instrumente, die der Komponist des ausgehenden 18. Jahrhunderts
kannte, Organisten einen größeren Tonumfang zur
Verfügung.



Hannes Ritschel, der in den vergangenen Jahren mehrfach bei
«Jugend musiziert» ausgezeichnet wurde, harmonierte
mit Harald Dreher nicht nur bei den sechs Duetten von Samuel
Wesley. Auch mit den von Leonard Duck für vier Hände
bearbeiteten Kantaten-Sätzen von Johann Sebastian Bach
«Schafe können sicher weiden» und «Jesus
bleibet meine Freude» sowie den Fugen von Johann Georg
Albrechtsberger und Franz Lachner bewiesen beide Musiker virtuose
Spielkunst. Zwanzig Finger huschten über die Tasten und
jeweils ein Fußpaar über die Pedale der Orgel, ohne
einander in die Quere zu kommen.



Die Orgel verfügt außerdem über die
Möglichkeiten, durch unterschiedliche Register innerhalb der
zwei Manuale zusätzliche Klangfärbungen zur
Verfügung zu stellen. So entwickelt sich unter den vier
Händen ein besonderes Klangvolumen, das man so nur selten zu
hören bekommt. Besonders der Bachchoral «Jesus bleibet
meine Freude» erklang so reich und berührend.



Das Publikum zeigte sich zu Recht begeistert.

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