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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
19.04.2010

«Eckpfeiler des regen Dorflebens»

«Die Musikkapelle Wertach ist ein bedeutender Kulturträger, hält Tradition und Brauchtum hoch und ist ein Eckpfeiler des regen Vereinslebens im Dorf.» Mit diesen Worten hat die stellvertretende Landrätin Gertrud Knoll das Blasorchester bei einem Festabend im Wertacher Gasthof «Engel» gewürdigt. Mit der Feier wurde das 19. Bezirksmusikfest des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) eröffnet. Anlass dafür ist ein runder Geburtstag: das 175-jährige Bestehen der Wertachter Musikkapelle.


Das Orchester erhielt zum Auftakt seines Jubiläums viel Lob.
Das beste Zeugnis stellte sich das aus über 40 Musikern
bestehende Ensemble beim Festabend allerdings selbst aus. Es
spielte unter der Leitung seiner Dirigentin Petra Huber frisch
und ausdrucksstark und vermittelte viel Freude an der Musik.



«Die runden Klänge sind ein Labsal», sagte die
stellvertretende ASM-Präsidentin Centa Theobald. Sie gab zu
bedenken, wie viel «Herzblut» Menschen für ihre
Musikkapelle aufbringen müssten, um ein Ensemble über
fast zwei Jahrhunderte am Leben zu erhalten. Theobald erinnerte
außerdem an den konstanten Zuwachs an jungen Musikanten im
Orchester.



Die vorbildliche Ausbildung durch Wertacher Musiker hob
Schirmherrin Gertrud Knoll in ihrer Festansprache hervor:
«Durch ihre Arbeit gestalten sie den Verein so
zeitgemäß und attraktiv, dass viele Kinder und
Jugendliche mit Begeisterung aktiv in der Musikkapelle tätig
sind.Und gerade das aktive Wirken im Verein bietet viele Chancen
für die Persönlichkeitsentwicklung.»



Bürgermeister Eberhard Jehle dankte für die über
100 Einsätze, welche die Musiker jährlich im Dienste
der Dorfgemeinschaft leisten, ASM-Bezirksleiter Karl Bosch
für die Übernahme des 19. Bezirksmusikfestes, das er
offiziell eröffnete. Musikkapellen-Vorsitzender Georg
Stokklauser skizzierte die Feiern 2010 und stellte die
druckfrische Festschrift vor.



Sie enthält auch eine Chronik des Vereins, die Klemens
Angerer am Festabend mit humorvollen Kommentaren versah. So
stützt sich das Jubiläum auf die Erwähnung einer
«Türkischen Blaskapelle» im Dorf von 1835. Da
allerdings viele Dokumente durch Großbrände im Ort
vernichtet wurden, sind die Aufzeichnungen über das
Orchester sehr lückenhaft. Wunderbar geschlossen wirkte auf
alle Fälle die musikalische Leistung des Ensembles bei
diesem Festabend: In einem mitreißend poppigen Arrangement
entwickelt sich zum Beispiel Johann Sebastian Bachs Toccata in D
zur Gute-Laune-Spenderin. Oder Josef Fürguts Wertacher
Jubiläumsmarsch verbreitete Witz und Frohsinn.



Am Ende des kurzweiligen Programms, das am Abend darauf nochmals
bei einem öffentlichen Jubiläumskonzert wiederholt
wurde, glaubte man gern, was ein Quartett aus den Reihen des
Blasorchesters zur Zugabe-Polka sang: «Uns Musikanten liegt
Harmonie nur im Blut.»

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