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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
20.04.2010

War es nur eine Ohrfeige oder ein Tritt in den Leib?

Wer in einer Tabledance-Bar als Tänzerin auftritt, muss sich offenbar mitunter Unverschämtheiten der Männerwelt bieten lassen, die abseits derartiger Etablissements unweigerlich zu Vorladungen dieser Kerle vor den Kadi führen würden. Doch ausgerechnet eine Tänzerin musste sich vor dem Amtsgericht Sonthofen verantworten. Mit den spitzen Absätzen ihres Schuhwerks soll sie einem Gast so in den Leib getreten haben, dass dieser eine große Wunde davontrug. Die junge Frau bestritt die ihr angelastete gefährliche Körperverletzung. Letztendlich wurde das Verfahren gegen sie eingestellt. Allerdings hat sie 40 Stunden Sozialarbeit zu leisten.


Das Gericht hörte sich neben ihren Aussagen auch die
Schilderung des Vorfalls durch den betroffenen Mann an. Zwei
weitere Zeugen warteten draußen vor der Tür. Doch
schon bei dieser Gelegenheit war Richter Andy Kögl klar,
dass er die unterschiedlich dargelegten Handlungsfäden nicht
zu einem einzigen Strang zusammenbringen würde.



«Ich habe ihm im Reflex eine geknallt», berichtete
die Tänzerin. Anders habe sie sich der Anzüglichkeiten
des herumpöbelnden Betrunkenen nicht erwehren können,
fügte sie hinzu. Von einem oder mehreren Tritten hingegen
könne überhaupt keine Rede sein. Schon nach der
Ohrfeige habe bereits der Sicherheitsmann des Lokals
eingegriffen.



Der damalige Gast tischte dem Gericht eine anderslautende Version
des Geschehens auf: «Mit ihrem Schuh dappt sie mir voll
drauf», erinnerte er sich an die seinerzeitige Attacke.
Dieser Angriff sei erfolgt, weil er ihr für ihre Darbietung
lediglich einen einzigen «Dollar» zugesteckt habe.
Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft auch gegen den
jetzigen Zeugen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dann aber
wurde es eingestellt. Immerhin steht fest, dass er bei dem
Lokalbesuch ganz schön getankt hatte: 2,28 Promille Alkohol
im Blut.



«Wir sind doch keine Prostituierten», empörte
sich die Tänzerin. Weil dem nicht so sei, dürften sich
Männer auch nicht so wüst aufführen gegenüber
den Frauen. (pts)

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