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Allgäuer Zeitung

Montag, 19. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
20.05.2010

Der Stadtsäckel ist leer

Der Stadtsäckel in der Oberallgäuer Kreisstadt ist leer, richtig ausgezuzelt: Würden alle in den nächsten Jahren geplanten Investitionen angepackt, wären 30 Millionen Euro neuer Kredit nötig. Dafür müsste die Stadt jährlich mindestens 1,3 Millionen Euro für Zins und Tilgung aufbringen. Doch das ist laut Kämmerer Alfons Werner unmöglich zu finanzieren.


Der Finanzausschuss setzte nun zum Streichkonzert im laufenden
Vermögensetat und in der Finanzplanung für die
nächsten zwei Jahre an. Projekte mit einer
Größenordnung von 4,8 Millionen Euro sind vom Tisch,
stimmt der Stadtrat dem einstimmig empfohlenen Nachtragshaushalt
zu. Dazu zählt die Generalsanierung der Hauptschule. Doch
gerade die würde Sonthofen dank satter Zuschüsse unterm
Strich «nur» 2,5 Millionen Euro kosten. Und das
wäre nicht wirklich teurer als das Verteilen nur der
nötigsten Maßnahmen auf viele Jahre. Nun diskutiert
darüber noch der Bauausschuss, ehe der Stadtrat entscheidet.



Im Finanzausschuss war die Haltung der Stadträte
unterschiedlich. Wirklich zu sparen - auch bei den Schulen - und
Schulden abzubauen, forderte Dr. Bernd Heimhuber (Freie
Wähler) und warnte: «Wir verbauen die
Handlungsspielräume für künftige
Entscheidungen.» Dagegen würde Fraktionskollege Rudi
Gropper lieber anderswo sparen, etwa beim Umbau der
Hirschstraße. Einig war sich Gropper mit Ingrid Fischer
(Grüne), dass die Hauptschule sehr wichtig sei.



Nach den bisherigen Sparvorschlägen muss sich Sonthofen
wegen seiner vielen drängenden Aufgaben die nächsten
2,5 Jahre insgesamt 25 Millionen Euro leihen. Die
städtischen Schulden steigen so unterm Strich von aktuell
rund 16,4 auf 40 Millionen Euro (Anfang 2012), sollen dann aber
wieder sinken. Weil sich die Stadt aktuell nicht einmal die
zusätzlichen Kreditraten leisten kann, sollen die
Rückzahlungen die ersten drei Jahre ausgesetzt werden.



Zugleich machte Kämmerer Werner deutlich, dass Sonthofen die
Mehrbelastung aus den Schulden nur tragen könne, wenn die
Wirtschaft tatsächlich wieder anzieht. Für dringend
nötige Unterhaltsmaßnahmen - etwa im Straßenbau
- fehle gleichwohl der Spielraum. Werner forderte die
Stadträte auf, in allen Bereichen Kosten zu reduzieren,
freiwillige Aufgaben abzubauen und nach Erledigung der laufenden
Großprojekte wirklich Schulden abzubauen.

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