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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
02.06.2010

Trainieren, wenn Freunde baden gehen

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.


Oberstdorf Alles fing an im Kindergarten mit einem Ausflug zum
Eislaufen. Isabelle Glaser war da vielleicht vier Jahre alt und
kaum das erste Mal auf dem Eis. Doch es stellte sich gleich
heraus: Das Mädchen ist ein Naturtalent. Und gleich vor Ort
und Stelle wurde sie gefragt, ob sie nicht dabei bleiben wolle.
Das ist heute mehr als zehn Jahre her, und seitdem ist Isabelle
nicht nur Bayerische Meisterin geworden, sondern auch bereits
Siebte beim Deutschlandpokal. Es sind ihre bislang
größten sportlichen Erfolge, zu denen allerdings nicht
nur Isabelles Naturtalent geführt haben, sondern auch
hartes, jahrelanges Training.



Unter der Woche steht die heute 16-Jährige jeden Tag auf dem
Eis. Dazu kommen Ballettstunden für eine gute
Körperhaltung und das Training für Sprungkraft,
Koordination und Ausdauer. Am Wochenende trainiert die
Gymnasiastin sogar drei Stunden, hat aber immerhin einen Tag in
der Woche meist frei. Ohne Spaß an der Sache ließe
sich dieses Trainingspensum kaum absolvieren, das weiß auch
Isabelle. «Das Eiskunstlaufen hat mich von Anfang an
fasziniert», erzählt sie. «Vor allem, weil es
abwechslungsreich ist und nie langweilig wird. Man macht jeden
Tag etwas anderes, probiert zum Beispiel verschiedene
Sprünge.»



Die Sprünge sind Isabelles größte Stärke auf
dem Eis. Denn: Sie kann sich sehr schnell drehen, meint ihr
Trainer Karel Faifer. Verbessern könne sie sich allerdings
noch in der B-Note. «Für eine 16-Jährige hat sie
eine hervorragende Ausgangsbasis», attestiert ihr der
Trainer gute Aussichten für die Zukunft. Faifer:
«Isabelle ist eine Eiskunstläuferin, die mit dem Kopf
läuft. Sie merkt sich Fehler und arbeitet an sich.»
Die 16-Jährige sei beim Training sehr konzentriert, klug und
konsequent.



Im Moment liegen die meisten Wettkämpfe hinter Isabelle, das
Training läuft in diesen Wochen und Monaten eine Spur
gelassener ab, sagt die Oberstdorferin. «Ohne den
Wettkampfdruck kann ich mehr ausprobieren», erzählt
sie. Lust aufs Training hat Isabelle fast immer. «Und
selbst wenn es mal an einem Tag nicht so gut läuft, ist das
ein Ansporn fürs nächste Training», sagt sie.



Morgens am Frühstückstisch bespricht die Familie meist,
wie der Tag ablaufen soll. «Meine Familie unterstützt
mich, baut mich auf vor Wettkämpfen, und gibt mir das
Gefühl, dass jemand hinter mir steht, auch wenn es mal nicht
so klappt.» Nach der Schule gibt es Mittagessen, danach
folgt zwei Mal Training, dazwischen die Hausaufgaben. An manchen
Tagen, gibt Isabelle zu, fällt es ihr schon ein wenig
schwer, das alles so durchzuziehen - etwa, wenn das Wetter
schön ist und ihre Freundinnen ins Schwimmbad gehen.
«Aber ich habe ein Ziel, darauf arbeite ich hin»,
sagt Isabelle ehrgeizig. Irgendwann möchte sie einmal bei
den Olympischen Spielen dabei sein und vorher beim
Deutschlandpokal noch weiter vorne landen. «Unter den
ersten drei wäre toll.»



Ihre Freundinnen haben Verständnis dafür, dass Isabelle
so viel Zeit in den Sport investiert. «Eine Freundin von
mir ist auch sehr sportlich, die kennt das», berichtet
Isabelle. Wenn das Lernen wegen des Trainings mal
zurückstecken muss, helfen ihre Freundinnen ihr auch in der
Schule, Stoff nachzuholen. Oft komme das allerdings nicht vor:
«Sport steht für mich an erster Stelle. Aber die
Schule ist auch wichtig, damit ich neben dem Eiskunstlaufen noch
etwas in der Hand habe», sagt Isabelle, die im Jahr 2012
Abi macht. Beruflich würde sie gern nach der Schule
irgendetwas machen, das mit Sport zu tun hat - «denn ganz
ohne Sport geht es für mich nicht».

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