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Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Samstag, 25. Januar 2020
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
10.07.2010

Unendliche Geschichte

Zur unendlichen Geschichte scheint sich der Arbeitsgerichts-Prozess um den ehemaligen Oberstdorfer Tourismus-und Sportdirektor Urs Kamber auszuwachsen. Mehr als zweieinhalb Jahre, nachdem sich die Marktgemeinde quasi über Nacht von ihrem führenden Mann in der Kurverwaltung getrennt hatte, vermeldete nun erneut das Landesarbeitsgericht Kempten kein Ergebnis im Rechtsstreit zwischen Kommune und Kamber. Womöglich zieht sich das Verfahren ins nächste Jahr hinein, weil noch ein Professor angehört werden soll. Wie berichtet, fordert Kamber Schadensersatz von Oberstdorf und zwar 240000 Euro.


Vergleichsvorschlag unterbreitet



Richter Ernst Burger hatte zwar den beiden streitenden Parteien
einen Vergleichsvorschlag unterbreitet. Doch ob man sowohl im
Rathaus des Spitzen-Ferienorts als auch im Lager des lediglich
ein halbes Jahr amtierenden Schweizer Touristik-Experten darauf
eingehen werde, bleibt offen. Über die Inhalte des
Vergleichsvorschlags wollte sich der Richter der 4. Kammer des
Landesarbeitsgerichts gegenüber dem Allgäuer
Anzeigeblatt auf Anfrage nicht äußern. Es sei
Vertraulichkeit vereinbart worden, sagte der Vorsitzende. Auf
jeden Fall geht es bei der Bewertung der Frage auch darum, ob
deutsches oder schweizerisches Recht anzuwenden ist. Der Richter
schloss daher eine erneute mündliche Verhandlung nicht aus,
womöglich erst in Monaten.



Wie berichtet, hatten der damalige Bürgermeister Thomas
Müller und der geschasste Tourismus-Direktor Kamber
eigentlich Stillschweigen über die Entlassungsgründe
vereinbart. Doch Wochen später äußerte sich der
Rathaus-Chef in einer Wirte-Versammlung abwertend über die
Qualitäten seines Mitarbeiters. Kamber machte daraufhin
geltend, dass ihm deswegen die Aufnahme einer
Nachfolge-Tätigkeit entgangen sei. In einem früheren
Verfahren vor dem Arbeitsgericht Kempten hatte Kamber eine
Gehaltsnachzahlung von 83000 Euro erstritten, die auch bereits
von der Gemeinde Oberstdorf bezahlt wurde. (pts)

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