zur Suche
zur Navigation
zum Inhalt
zum Seitenfuß

Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
16.07.2010

Rechtzeitig den Stecker für die Umwelt ziehen

Ganz lapidar fragt Michael Geisler in die Runde, wer denn nun schuld am Klimawandel ist. «Das ist doch alles nur Panikmache», findet ein Schüler. In der Antwort sieht der Referent freilich ein Stückchen Wahrheit: «Wir sind am Ende einer Kaltzeit angelangt, so langsam wirds wieder wärmer», erklärt der Klimapädagoge von der Bochumer Firma Geoscopia in seiner witzigen, aber direkten Art. Doch dann folgt sein großes Aber: «Erstmals in der Erdgeschichte sind wir der Natur in Sachen Temperatur knapp 6000 Jahre voraus.»


Die Aussage lässt die sonst eher schlagfertigen Schüler
an diesem Vormittag erstmal kurz schweigen, bevor Geisler sie
weiter auf seine Klimaexpedition «Klima on scooltour
2010» nimmt. Der Bochumer macht in der Immenstädter
Berufsschule bereits zum dritten Mal Halt und will von seinen
Zuhörern erfahren, was sie eigentlich über Klimawandel
und Erderwärmung wissen.



Mit seiner mitgebrachten Ausrüstung kann Geisler aktuelle
Satellitenbilder empfangen und so den Schülern anschaulich
Umweltprobleme darstellen. Wie beispielsweise sich die Rodung des
Regenwaldes in Südamerika oder das Zurückgehen des
Eises an den beiden Polkappen auswirkt. Auch aktuelle
Wärmebild-Aufnahmen liefert der Satellit, der in etwa 36000
Kilometern Entfernung schwebt.



«Global denken - lokal handeln»



«Mit der Klimaexpedition wollen wir unsere Schüler
wieder mehr für die Umweltproblematik
sensibilisieren», sagt Schulleiter Dieter Friede. Ziel sei,
ihnen zu erläutern, was jeder Einzelne zum Schutz der Natur
beitragen kann - getreu dem Motto «Global denken und lokal
handeln», unterstreicht Lehrer Reinhard Pargent. Der
Initiator des Projekts holte den Klimapädagogen Geisler
für drei Tage an die Berufsschule, damit sich die
Schüler unter anderem mit dem Thema Nachhaltigkeit intensiv
auseinandersetzen.



Beim Klimawandel gebe es, so Geisler, viele verschiedene
Argumente und Positionen: «Bewiesen ist allerdings erst
dann etwas, wenn es soweit ist - nur dann ist es leider zu
spät.» Darum empfiehlt der Klimapädagoge jedem
seiner Zuhörer, schon jetzt etwas zu tun. Allein auf die
Frage, wer das Ladegerät seines Handys stets in der
Steckdose lasse, strecken sich zehn Arme in die Höhe.
«Verschwendet keine Energie» oder «Kauft
regionale Produkte» lauten Geislers Appelle.



Ihre alltäglichen Gewohnheiten künftig ändern und
«besser auf die kleinen Dinge achten» will Christina
(18). Auch Selina (22) nimmt sich vor, «weniger Papier zu
verbrauchen und mein Ladegerät immer auszustecken».
«Das Ganze hat aber viel mit Eigen-Disziplin zu tun und
daran scheitert es bei den meisten», meint dagegen David.



Dem 24-Jährigen zufolge würden in vielen Medien
«wirtschaftlich sensible Umweltthemen» zu wenig
angesprochen, wie etwa «die Kohlekraftwerke, die auch die
Luft verpesten».

Zurück

Hallo Allgäu
Das neue Wochenblatt
am Wochenende
Veranstaltungen 2019
Veranstaltungen 2019

Die Topadresse

Bestattungsdienst Wolfgang Dachs
Bestattungsdienste


Alpgaustr. 8
87561 Oberstdorf

BUCHSHOP




EBERL MEDIEN