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Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
24.07.2010

Landratsamt stoppt Arbeiten am Faltenbachtobel

Das Landratsamt hat die Arbeiten im oberen Bereich des Faltenbachtobels in Oberstdorf gestoppt. Beim Bau einer Straße im Zuge der Errichtung eines Wasserkraftwerkes war der Hang abgerutscht und hatte die Baustraße weggerissen. Daraufhin wurden die gefährdeten Stellen mit Spritzbeton befestigt und die Baustraße - tiefer gelegen - neu errichtet. Diese Maßnahmen gehen über die ursprüngliche Genehmigung hinaus, so Wolfgang Tschinkl, Sachgebietsleiter Naturschutz/Wasserrecht bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, der die Arbeiten einstellen ließ. «Der Eingriff in die Natur ist bei Weitem größer, als genehmigt.» Zwar gehen die notwendigen Arbeiten zur Hangsicherung weiter, aber für den gefährdeten Bereich sei eine neue Planung und eine Ausweisung von Ausgleichsflächen erforderlich. «So kann es nicht weitergehen», sagte Tschinkl. «Jetzt müssen wir schauen, wie wir das Beste daraus machen können.» Das Landratsamt war laut Tschinkl von einem Oberstdorfer Bürger über den Missstand informiert worden.


Die Arbeiten werden unter Federführung der Energieversorgung
Oberstdorf (EVO) durchgeführt. Für Bau und Betrieb des
Wasserkraftwerkes wurde eine Gesellschaft gegründet, an der
auch der Verein der ehemaligen Rechtler beteiligt ist. «Es
ist ein Rückschlag für die Arbeiten am
Wasserkraftwerk», sagt EVO-Chef Peter Müller.
«Wir werden versuchen, dafür zu sorgen, dass der
Faltenbachtobel wieder so gut wie möglich renaturiert
wird.» Für den Hangrutsch seien nicht die
Wegebaumaßnahmen der Auslöser gewesen. Der Hang habe
sich 20 Meter über der Straße gelöst. «Wir
haben uns auf die Aussagen der Geologen verlassen», sagte
Müller.



Das sieht Wolfgang Tschinkl anders. «Ohne den Einschnitt
durch die Baustraße, wäre der Hang nicht
abgerutscht», sagt er. «Was passiert ist, war die
Konsequenz aus dem Eingriff.»



Die Oberstdorfer Grünen begrüßen den Baustopp,
damit kein weiterer Schaden entsteht. «Unsere schlimmsten
Befürchtungen sind eingetreten. Durch die Baumaßnahmen
für das Wasserkraftwerk im Faltenbachtobel entstehen
irreparable Schäden in dem sensiblen Ökosystem»,
so die Gemeinderätin Bergith Hornbacher-Burgstaller.
«Das Naherholungsgebiet Faltenbachtobel wird
zerstört.» Auch Siegmund Rohrmoser zeigte sich
empört: «Nichts gegen Wasserkraft - aber dieser Preis
ist zu hoch.» Die Grünen fordern in einer
Pressemitteilung Aufklärung, wie es zu den Schäden
kommen konnte, warum die Behörden nicht umgehend informiert
wurden und wer für den Schaden haftet.



«Die entstandenen Schäden sind nicht mehr zu
reparieren», sagte Michael Finger vom Bund Naturschutz. Er
bot an, einen Dialog über biologische
Sicherungsmaßnahmen zu führen. «Ich erwarte
jetzt, dass die Bauherren auf uns zukommen, um mit uns über
geeignete Ausgleichsmaßnahmen zu sprechen.»

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