zur Suche
zur Navigation
zum Inhalt
zum Seitenfuß

Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Montag, 19. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
29.07.2010

Schnelles Internet für Gewerbegebiete

CSU-Ratsmitglied Paul Hartmann schüttelte angesichts der spürbaren Zurückhaltung bei seinen Stadtrats-Kollegen den Kopf. «Man kann doch nicht neue Gewerbegebiete in Immenstadt erschließen und fällt dann bei der Datenübertragung in die Steinzeit zurück.» In der Tat machte es sich das Gremium nicht leicht, als es in der jüngsten Ratssitzung darum ging, ansiedlungswilligen Betrieben auch ein schnelles Internet anzubieten und die notwendigen Breitbandkabel in der Erde zu vergraben. Die dafür verlangten Kosten des Anbieters Telekom drückten auf die Stimmung. Bürgermeister Armin Schaupp: «Die Schlüsselfrage ist, wo wir das Geld dafür hernehmen».


Um die 350000 Euro wird es kosten, die Gewerbegebiete
«Unterzollbrücke» und «OA30/B19»
sowie auch die angrenzenden Stadtteile Rauhenzell, Stein und
Seifen mit dieser heutzutage auch aus Sicht des Stadtrats
unumgänglichen Infrastruktur-Maßnahme zu versorgen.
Trotz dieser Summe, vor der manch einer zurückschreckte,
sind andere ländliche Stadtteile nicht einmal inbegriffen.
Schon bei einer vorausgegangenen Stadtratssitzung war das
Kommunalparlament über das Thema Breitbandkabel-Versorgung
und die Alternative per Funkübertragung informiert worden,
ohne dass man des Pudels Kern gefunden hätte (wir
berichteten). Doch diesmal war eine Entscheidung notwendig, um
den bis Jahresende im Fall der Immenstädter Investition
verfügbaren staatlichen Zuschuss von 100000 Euro abgreifen
zu können.



Dem Rathaus liegt eine Machbarkeitsstudie vor, in der das Angebot
der Telekom zwar die teuerste Offerte, aber aus Sicht der
Experten auch das am meisten zukunftsweisende und sicherste
Datenübertragungs-Modell erscheint. Dabei geht es nicht
einmal um die hochleistungsfähigen Glasfaserkabel in die
Gewerbegebiete und Orte rund um Immenstadt, sondern um
Kupferleitungen. Eine verästelte Glasfaser-Versorgung
für die mit Computern operierenden Unternehmen würde
zwischen einer halben und einer ganzen Million kosten. Abgeraten
wird in der Studie davon, sich auf Funkübertragungen
einzulassen. Zwar verlangten CSU-Rat Markus Kössel und sein
FW-Kollege Michael Immler, erst einmal einen
ordnungsgemäßen Haushalt 2010 aufzustellen, den es
immer noch nicht für Immenstadt gibt. Doch darauf will
CSU-Vertreter Hartmann, der den Vergleich mit der Steinzeit
einbrachte, nicht warten.



Der Förderantrag müsse bald eingereicht werden, warf
Rathaus-Chef Schaupp ein. Gleichwohl stimmte er wie drei weitere
Stadträte gegen das Vorhaben, wegen der finanziellen
Unwägbarkeiten. Alle weiteren Qualitäts-Anschlüsse
der restlichen Stadtteile an die Daten-Autobahn sind vorerst
zurückgestellt. (pts)

Zurück

Hallo Allgäu
Das neue Wochenblatt
am Wochenende
Veranstaltungen 2019
Veranstaltungen 2019

Die Topadresse

Engel-Apotheke
Apotheken


Nebelhornstr. 1
87561 Oberstdorf

BUCHSHOP




EBERL MEDIEN