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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
31.07.2010

«Man wird nach wie vor gebraucht»

«Ich bleibe Seelsorger.» Pfarrer Helmut Kempter, seit sieben Jahren Pfarrherr der katholischen Pfarrei St. Verena in Fischen, sieht seinem Ruhestand gelassen entgegen. «Man fällt nicht in ein Pensionsloch», sagt der 68-Jährige, der aus gesundheitlichen Gründen sein geistliches Amt aufgibt. Normalerweise liegt die Altersgrenze bei 70 Jahren. Kempter zieht nach Altstädten und wird von dort den Sonthofer Pfarrer Nikolaus Wurzer in den Pfarreien «Maria Heimsuchung» und «St. Christoph» unterstützen. «Man wird nach wie vor gebraucht», freut sich Kempter.


Der Geistliche blickt, wie er selber sagt, auf ein
vielfältiges und farbenfrohes Leben zurück.
Höhepunkt waren seine Jahre in Afrika. Auf eigenen Wunsch
ging der gebürtige Leutkircher 1974 nach Sambia und blieb
zehn Jahre dort. Er genoss den freieren, weil
bürokratie-ärmeren Lebensstil und schätzte die
Nähe zu den Menschen. «Ich war Krankenpfleger und
Postbote», sagt er. Er hat Kranke ins Krankenhaus gefahren
und auch Säcke transportiert. «Eine Mischung aus
Entwicklungshelfer und Seelsorger.»



Heimweh nach Afrika



1984 kehrte er, gesundheitlich angeschlagen, nach Deutschland
zurück und übernahm eine Pfarrei in Vilgertshofen bei
Landsberg. Zweieinhalb Jahre später hatte er
«Heimweh» nach Afrika, wechselte abermals nach
Sambia. Diesmal blieb er drei Jahre und kehrte ungern wegen einer
Malaria-Erkrankung nach Deutschland zurück.



Zwölf Jahre war er dann Stadtpfarrer in Neu-Ulm, bis er mit
61 Jahren noch einmal etwas Neues anfangen wollte. Er bat den
Bischof um eine kleinere Pfarrei und kam 2003 nach Fischen. Hier
traf er auf einen Menschenschlag, der geprägt ist von
Geradlinigkeit und einem «bodenständigen
Realismus».



Stolz ist Kempter auf die Entwicklungen, die er in seiner
Amtszeit initiiert oder unterstützt hat: angefangen von
neuen liturgischen Formen wie einer Wort-Gottesfeier bei
Hochzeiten und Beerdigungen über ökumenische
Abendgebete bis hin zu Ministrantentreffen. Schwerpunkt seiner
seelsorgerischen Tätigkeit waren die Hausbesuche. In seine
Zeit fielen auch die Renovierung der Fischinger Kirche, der
Kapelle Langenwang und der Kirche in Obermaiselstein. Jetzt freut
er sich, die Leitungsaufgaben abgeben zu können: an den
gebürtigen Niedersonthofener Max Hieble, zuletzt Pfarrer in
Aitrang/Ostallgäu.



Kempter bleibt nun mehr Zeit zum Lesen (geistliche Literatur,
aber auch Bücher über andere Kulturen) und zum Reisen
in ferne Länder.



Festgottesdienst: Pfarrer Kempter wird am Sonntag, 8. August, um
9 Uhr in Obermaiselstein und am Sonntag, 22. August, um 10.30 Uhr
in Fischen verabschiedet. Nach dem Gottesdienst ist jeweils ein
Stehempfang am Kirchplatz bzw. im Pfarrgarten geplant.

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