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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
06.08.2010

Der Alpwanderkurs fiel beinahe ins Wasser

«Es wäre unverantwortlich gewesen, die Tour fortzusetzen», so der Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu (AVA), Dr. Michael Honisch. Starker Regen zwang die 90 Teilnehmer des Alpwanderkurses daher erstmals seit 1984 zu einer Routenänderung. Bis in eine Höhe um 2000 Meter sollte die Tour gehen. Station konnte zuvor auf der Willersalpe gemacht werden. Im Hintersteiner Festsaal gab es dann weitere Informationen - auch vom Alphirten Christof Brutscher, der von der Zipfelsalpe abgestiegen war.


Die tägliche Mühsal beim Aufstieg zu einer nicht
erschlossenen Alpe erlebten die Teilnehmer des Alpwanderkurses
gleich zu Beginn. Auf der 1456 Meter hoch gelegenen Willersalpe
informierte Toni Schuwerk vom Wasserwirtschaftsamt über die
Möglichkeiten der Abwasserreinigung. So machte er darauf
aufmerksam, dass für den Einbau einer biologischen
Reinigungsstufe in diesem Jahr noch erhöhte
Fördermittel zur Verfügung stehen. So ist eine solche
Erweiterung auch auf der Willersalpe für den Herbst in
Planung. Viel Lob erntete Markus Bertele einerseits für
seinen Einsatz bei der Bewirtschaftung der Alpe, andererseits
auch für die Qualität des von ihm erzeugten Käses,
den die Teilnehmer bei einer Brotzeit genießen konnten.



Mit Blick auf eine biologische Nachklärung beispielhaft ist
die Zipfelsalpe. Hier waren 2003 Probleme aufgetreten, nachdem
bereits vor 26 Jahren eine Dreikammergrube gebaut wurde.
Inzwischen ist eine biologische Nachklärung installiert. Sie
zählt zu den vielen Investitionen, von denen Alphirte
Christof Brutscher berichtete. Er ist seit 35 Jahren auf der
Zipfelsalpe tätig. In dieser Zeit wurden auch ein neuer
Dachstuhl und eine Solaranlage installiert.



Murmeltiere werden zur Plage



Als derzeit größtes Problem schilderte Brutscher die
Zahl der Murmeltiere. Ein Jäger habe die Population auf 70
bis 100 Tiere geschätzt.



Sie machen durch den Erdauswurf das Futter für die Kühe
schmutzig und zerstören mit ihren Löchern die Alpen,
sodass das Vieh teilweise in die Löcher tritt und sich
verletzt. Nicht zuletzt fressen die Murmeltiere die
nährstoffreichsten Kräuter. «Ohne die
Alpwirtschaft würde es keine Murmeltiere hier geben. Da
müsste es doch in unserem Ermessen liegen, sie zu
jagen», stellte Brutscher fest. Dem hielt
Naturschutzreferent Werner Oppold vom Landratsamt entgegen, dass
es sich um ein Naturschutzgebiet handele, in dem der Abschuss
nicht ohne Weiteres möglich sei. Es seien aber unbestritten
viele Tiere. Jedoch: «Fünf Tiere weniger lösen
das Problem nicht».



Geplant war, dass die Kursteilnehmer den vor neun Jahren
fertiggestellten Triebweg zwischen Zipfelsalpe und Hinterstein
wandern. Das musste ebenfalls wetterbedingt entfallen. So lobte
der ehemalige Mitarbeiter im Amt für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten (AELF), Alois Helmreich, den Weg eben
nachher als Musterbeispiel für ein Gemeinschaftswerk. Statt
der seinerzeit geschätzten 135000 Euro habe man nur 80000
Euro ausgegeben - «dank der vielen Handarbeit durch die
Älpler».

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