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Allgäuer Zeitung

Montag, 9. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
27.08.2010

Von Ferienwohnung direkt ins Skigebiet gleiten

Zwei Großprojekte sollen helfen, den zuletzt schwächelnden Tourismus im Kleinwalsertal wieder anzukurbeln. Bei einer Bürgerinformation in der «Wandelbar» des Casinos in Riezlern wurden interessierten Bürgern die aktuellen Planungen einer Beschneiung im Ifen-Skigebiet und ein Konzept für Ski-Verbindungen vorgestellt.


«Wir kämpfen um jede Nächtigung», sagte
Bürgermeister Andi Haid. «Wir müssen wieder
wirtschaftliche Stabilität im Tal schaffen», forderte
der Rathauschef. Dieser Weg führe allein über den
Wintertourismus. «Das Tal hat sich über das Skifahren
aufgebaut. Das soll so bleiben», sagte Haid. Dabei
müsse es darum gehen, im Spannungsfeld zwischen
Wirtschaftlichkeit und Schutz von Natur und Landschaft einen
vernünftigen Mittelweg zu finden.»



Die Natur sehen Umweltschützer durch eine Beschneiung am
Ifen gefährdet. Der Landschaftsschutz Kleinwalsertal hatte
in einem Brief an die Betreibergesellschaft eine Reihe von
Forderungen gestellt (wir berichteten). Darunter der Verzicht auf
einen Sommerbetrieb und eine Lösung für das steigende
Verkehrsaufkommen. «Mit wie viel Kapazitätssteigerung
müssen wir rechnen», wollte auch die Walserin Marlies
Matt wissen, die mehr Verkehr im Tal befürchtet.



«Wir brauchen eine Lösung für die
Tagestouristen», forderte Michael Finger vom Bund
Naturschutz Oberstdorf. Augustin Kröll, Vorstand der
Kleinwalsertaler Bergbahn AG, nannte eine Beschränkung der
Parkplätze als mögliche Lösung. «Wir werden
versuchen, ein nachhaltiges Konzept für die
Anlagenerneuerung zu finden», sagte Kröll. «Es
geht darum, die Lebensgrundlage Tourismus zu sichern»,
sagte sein Vorstandskollege Georg Fahrenschon. Aber um den
Tourismus im Tal zu stärken, müsse man das Potenzial
optimal ausschöpfen. «Wir müssen unsere Diamanten
schleifen.»



Die Ski-Gleitwege im Kleinwalsertal sollen dabei ein wichtiger
Schritt sein, erklärte Andi Haid. Sie sollen die einzelnen
Lifte miteinander verbinden und so ein großes,
zusammenhängendes Skigebiet schaffen, das jedem
Übernachtungsgast im Kleinwalsertal ermöglicht, direkt
von seiner Unterkunft aus auf die Piste zu gelangen. Zudem sollen
sie das Verkehrsaufkommen verringern und den Walserbus entlasten.
In einer Studie hatten sich 73 Prozent der Walser für die
Ski-Verbindungen ausgesprochen, erklärte Haid.



«Die Wege müssen für jeden Gast befahrbar
sein», erklärte Planer Christian Weiler aus Innsbruck.
Grundlage sei die Schneesicherheit. «Wenn man die Wege
beschneien will, wird man um die Errichtung von Speicherseen
nicht herumkommen», so Weiler. Ziel des Projektes ist es,
eine leicht befahrbare Verbindung zwischen Fellhornbahn und dem
Jedermannlift in Bödmen zu schaffen.



Weiler erklärte die kritischen Stellen, die es zu
überwinden gebe. Der «kniffligste Punkt» sei die
Verbindung zwischen Heubergarena und Ideallift. Eine
Holzbrücke über die Breitach mit Skiweg und
überdachtem Förderband sei eine Lösung. Die
Errichtung einer Bahn und eine Unterführung seien andere
Alternativen. «Das sind erst Gedanken, noch längst
keine fertigen Pläne», sagte Haid. Zuerst müssten
Gespräche mit den Grundbesitzern geführt werden. Die
Kosten für die Errichtung der Wege würde die Gemeinde
tragen. Um die Beschneiung und die Wartung der Wege sollen sich
die Bergbahnen kümmern.

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