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Allgäuer Zeitung

Samstag, 14. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
02.09.2010

«Wunderheilerinnen» betrügen in erster Linie russischsprachige Frauen

Der Polizei ist jetzt ein erster Erfolg gegen zwei Betrügerinnen gelungen, die als Wunderheilerinnen vorwiegend gegenüber russischsprachigen Aussiedlerinnen auftreten und eine ganze Serie von Straftaten begangen haben. Im Dezember fanden sie ein Opfer in Immenstadt, im Juli in Sonthofen und jetzt im August in Mindelheim. Wenigstens ist es der Polizei in Immenstadt nun gelungen, die Identität einer der beiden Betrügerinnen festzustellen, auch wenn sich die 37-Jährige mit weißrussischem Pass auf der Flucht befindet. Nach ihr wird gefahndet.


Die Aufklärungsarbeit ist aus Sicht der Polizei deshalb so
schwierig, weil die bisher öffentlich gemachten Warnungen
auf Deutsch im Kreis potenzieller Opfer entweder gar nicht oder
nur unzulänglich zur Kenntnis genommen wurden. Deshalb
ließ die Polizeidirektion Schwaben-Süd jetzt Plakate
in russischer Sprache drucken. Darin wird auf die
Betrügereien aufmerksam gemacht. Die Plakate werden im
Straßenbild ausgehängt.



Am Ende Papierschnitzel



Bei dem Fall in Immenstadt war eine 47-jährige russisch
sprechende Frau auf dem Landwehrplatz von zwei ihr unbekannten
Frauen in akzentfreiem Russisch angesprochenworden. Der
47-Jährigen wurde suggeriert, dass auf ihr ein Fluch laste,
welcher aber durch die beiden Frauen geheilt werden könne.
Das verängstigte Opfer wurde dazu gebracht, 2400 Euro von
der Bank abzuheben und in ein Handtuch zu wickeln.



Während einer Zeremonie mit einer Art von Gebeten wurde das
Handtuch ausgetauscht. Die Geschädigte fand später
wertlose Papierschnipsel vor. In Mindelheim wurde nunmehr eine
50-jährige Frau um Bargeld und Schmuck in Höhe von 4500
Euro gebracht. Der Trickbetrug lief in ähnlicher Weise ab
wie in Immenstadt. Wieder traten zwei Wunderheilerinnen auf,
beide 40 bis 45 Jahre alt, beide etwa 1,60 Meter groß und
korpulent, beide russischsprachig. Laut Beschreibung durch die
Polizei hinkte eine Täterin auffällig. Sie hatte blonde
Haare, die zu einem Dutt gebunden waren. Die zweite Täterin
hatte braune kurze Haare.



Bei dem Fall in Sonthofen wurde die Geschädigte um 4000 Euro
gebracht. Auch in Kempten und Memmingen hatte es zwei
Vorfälle gegeben, wobei die beiden Frauen 20000 Euro
erbeuteten. (pts)

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