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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 18. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
15.09.2010

Als alternder Rapper gegen den Jugendwahn

Sein Programmtitel klingt wie eine unheilvolle Warnung, seine Texte sind meist bissig und seine Lieder machen auch nicht vor der kleinsten Banalität halt. Die Zuhörer in der Sonthofer Kultur-Werkstatt hätten bei Walter Spiras Auftritt mit seinem aktuellen Programm «Vorsicht, ich singe auf alles, was sich bewegt!» auf alles gefasst gewesen sein sollen.


Der Ulmer Kabarettist und Liedermacher hat seine Drohung wahr
gemacht. Tatsächlich bringt Walter Spira mit seinem
«liederlichen Kabarett» von der
gesellschaftskritischen Spitze gegen den Versicherungswahn
über die Träumereien und großen Idole eines
kleinen Mannes bis hin zum etwas anderen Geburtstagsgeschenk
jedes erdenkliche Thema zur Sprache. Musikalisch unterstützt
wird der Barde von seinem Gitarristenkollegen Markus Munzer-Dorn,
der unberechtigterweise oft in den Hintergrund gerät. Seine
virtuosen Riffs und gekonnten Soli finden kaum Beachtung, da die
Konzentration doch vorwiegend auf Spiras Texten liegt.



So erzählt Spira also, wie man sich mit der richtigen
Versicherung sogar gegen Prozesse beim Jüngsten Gericht
schützt, träumt davon, wie er in bester Franco
Nero-Manier als Django durch die Fußgängerzone reitet,
wobei hinter dieser coolen Fassade sein innerer Monolog die
männlichen Stimmungsschwankungen während des
Verliebungsprozesses in Szene setzt. Kabarettistischer
Höhepunkt ist wohl seine Darbietung als alternder
Hip-Hopper, der sich mit seinem «Oldtime Rap»
über den Jugendwahn lustig macht.



Seine schwäbische Herkunft kann Walter Spira allerdings
nicht verleugnen.



Nicht nur bedient er sich gerne seiner Landessprache und zieht so
unter anderem als «blitzgscheiter Kerl mit blitzbleade
Lehrer» in den Kampf gegen die Bildungspolitik, auch seine
Pointen spiegeln beizeiten gerne mal die
berühmt-berüchtigte schwäbische Sparsamkeit wider.
Laufen seine Lieder vielversprechend auf einen
zwerchfellerschütternden Lachanfall hin, enttäuscht die
humoristische Auflösung doch in den meisten Fällen und
es bleibt nur ein mildes Lächeln zurück.

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