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Allgäuer Zeitung

Donnerstag, 12. Dezember 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
19.10.2010

Sagen und Mythen zur Völkerverständigung

Sie erzählen von guten und bösen Geistern, menschlichen Tugenden und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Sagen, Mythen und Märchen sind ein wichtiger Bestandteil wohl aller Kulturen. Dass diese traditionsreichen Geschichten auch zur Völkerverständigung beitragen können, zeigt ein Projekt, für das gerade am Oberstdorfer Gymnasium der Startschuss gefallen ist. Norwegische und Deutsche Schüler tauschen im Rahmen eines europäischen Kooperationsprogramms die Sagen, Mythen und Märchen ihrer Kulturen aus und verbinden diese mit einem erlebnisreichen Programm bei den gegenseitigen Besuchen.

«Das Projekt geht von der Erkenntnis aus, dass Menschen verschiedenster Kulturen in ihren Sagen, Mythen und Märchen ihre Lehrerzählungen und ihre Volksfrömmigkeit ausdrücken», erzählt Lehrer Volker Steinhauser, der das Projekt ins Leben rief. «Darin liegt die wesentliche Grundlage der Kultur eines Volkes.» Vor einem knappen Jahr entstand die Idee, bei der europäischen Stiftung «Comenius Programm für lebenslanges Lernen» einen Antrag auf Förderung für ein gemeinsames Projekt beider Schulen zu stellen. Auch die norwegischen Wunschpartner von der «Steinkjer Vidergaaende Skole» waren von der Idee sofort angetan. Daraufhin habe die Ausarbeitung des Konzepts begonnen, das sich letztendlich gegen viele Konkurrenten durchsetzte und finanzielle Förderung bekam.
Lange Winter, Schnee und Eis
Das Projekt will zeigen, dass sich die Sagenkultur beider Partnerregionen aus ähnlichen wenn nicht gleichen Lebensbedingungen heraus entwickelt hat. Die Parallelen zwischen Oberstdorf und Steinkjer: Lange Winter, Schnee, Eis und Kälte machten das Überleben der Menschen nicht gerade leicht. Wasser als Lebensspender aber auch als zerstörende Kraft ließ die Menschen glauben, dass hinter diesen Bedrohungen Götter Geister oder Dämonen stecken müssen. Das Vertrauen auf menschliche Tugenden und das Vertrauen auf eine höhere Gerechtigkeit ließen im Volksmund Sagen mit guten und bösen Geistern entstehen. Die Angst vor Fremdem und Unbekanntem gab den Sagen, Mythen und Märchen ihr Gesicht.
Über diese alten Geschichten soll es gelingen, die Lebenskultur der Partner kennen und schätzen zu lernen. «Wir stehen mit den Füßen auf der Erde. Volkskultur hat bei uns eine große Bedeutung», sagte die norwegische Lehrerin Kirsten Knedal Anderson. Zur Begrüßung haben die Norweger für den Oberstdorfer Bürgermeister eine Kerze als Geschenk mitgebracht. Weil Licht in dem skandinavischen Land ein rares Gut ist, glauben die Norweger daran, dass sie böse Geister vertreibt.

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