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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
22.10.2010

Endlich Erdbeeren pflücken ohne sich zu Bücken

Der Garten: Grünflächen wechseln mit Ruhezonen, in einer Ecke stehen Hochbeete. Damit man sich nicht bücken muss, um von den Erdbeeren zu naschen. Die hoffentlich nächstes Jahr aus dem Grün leuchten, wünscht sich Verena Fleischer, Leiterin des Spitals Sonthofen. Der kleine Park, um den sich die Häuser gruppieren, kommt bei den Bewohnern gut an. «Das war im Sommer schon schön», strahlt Rita Allgayer (65). Else Beierle nickt. Die 90-Jährige hat die alten Gartenanlagen noch erlebt und findet den neuen Park nach Abschluss der rund dreijährigen Umbauarbeiten im Spital «modern und schöner».

Zufrieden ist Beierle auch mit den umgebauten Räumlichkeiten: Ihr gefällt «die Großzügigkeit überall». Damit meint sie den Gemeinschaftsraum und die breiten hellen Flure, deren orange-ockerfarbene Wandflächen sehr freundlich wirken. Zum Gespräch haben sich die beiden Frauen im «blauen Salon» eingefunden, wie Karin Fink (Leiterin der Alltagsbegleitung) die gemütliche Ecke mit Polstermöbeln bezeichnet.
Auf dem Sofa sitzt schon Horst Kunert, der gleich beteuert, er sei mit der Strumpfdynastie weder verwandt noch verschwägert. Der 85-Jährige hört nicht mehr gut, will aber kein Hörgerät. Deshalb müssen alle etwas lauter sprechen. Kunert nennt sich selbst einen Einzelgänger. Seit drei Jahren lebt er im Spital, anfangs sehr zurückgezogen. Doch mit dem Umbau änderte sich auch die Organisation im Haus.
Jetzt gibt es sieben Wohngruppen mit jeweils etwa 15 Bewohnern, die sich zu den Mahlzeiten treffen und vieles gemeinsam angehen. «Im Altbau gabs einen Zimmerservice», meint Kunert, hat sich aber schnell an die neuen «Tischsitten» gewöhnt. Er hilft jetzt mit beim Tischdecken und schätzt seinen Platz, von dem aus er die Küche im Blick hat. Er nehme auch am Krafttraining teil, erzählt er stolz. Außerdem gehe er in die Gymnastikgruppe und beteilige sich am gemeinsamen Singen.
Sie sei gut in die Gemeinschaft aufgenommen worden, «wie in eine Familie», sagt Elisabeth Peters. Die 86-jährige Sonthoferin lebt seit einem halben Jahr im Spital. Da war das Haus schon fertig. Ihr Zimmer sei schon schön, «wenns nur etwas größer wär». Peters hat vorher in einer Dreizimmer-Wohnung gelebt.
Aber mit dem Ausblick aus den wandhohen Fenstern ist sie «sehr zufrieden»: Sie kann auf den Park sehen und auf den Iseler und freut sich, dass abends die Sonne ins Zimmer scheint.
Da leuchten auch Else Beierles Augen: Sie lebe schon seit fast 50 Jahren im Allgäu, aber im Spital habe sie zum ersten Mal ein Alpenglühen gesehen, am Iseler. Rita Allgayer hat zwar nicht den Iseler im Blick, dafür aber die Völkstraße mit dem bunten Treiben am Eingang der Fußgängerzone. «Mir gefällts gut», sagt sie. «Wie daheim.»

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