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Sonntag, 25. August 2019
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
29.11.2010

Missen soll eine schönere Dorfmitte bekommen

Einen einzigen Bauplatz kann die Gemeinde Missen-Wilhams Häuslebauern noch anbieten. Und Missen selbst mag seinen Bürgern einiges bieten - aber sicher keinen besonders schön gestalteten Ortskern. Doch beides soll sich ändern. Diesen Willen hat der Gemeinderat bei einer Klausur in Elbsee bekundet - und sich an die Arbeit gemacht. Bezüglich des Ortskerns gab es den Beschluss, die Gestaltung endlich anzupacken.

Ortskern Pläne für eine lebenswertere Dorfmitte gibt es schon lange, berichteten Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer, Norbert Reggel und Hans Dreyer in einem Pressegespräch. Es gebe erste Konzepte, in Bürgerversammlungen sei das Thema angesprochen, letztlich aber immer wieder zurückgestellt worden. Nun soll parallel zur Hauptstraße entlang der Dorfstraße vom Oberen Wirt über den Kirchplatz bis zum Parkplatz Dorfmitte eine spürbare Ortsmitte entstehen. Für die Vorplanung sind 10000 Euro im Haushalt 2011 eingestellt.
Ein Problem bleibt dabei aber: «Der Ort ist immer von der Hauptstraße durchschnitten», beklagte Dreyer. Das Verkehrsaufkommen sei in den vergangenen Jahren gestiegen, das Überqueren der Straße nicht immer einfach. Und bei größeren Festen wie der Kirbe sei kaum möglich, eine geeignete Umleitung zu finden, ergänzte Reggel.
Deshalb brauche Missen unbedingt eine Ortsumfahrung, sind die drei Gemeindevertreter überzeugt. Zumal bereits im Flächennutzungsplan von 1977 eine Trasse eingezeichnet ist. «Das darf nicht aus den Köpfen raus», meint Reggel. Bürgermeister von Laer will nun Gespräche führen und den Prozess wieder in Gang bringen.
Bauplätze Bislang durfte in der Gemeinde nur im Hauptort gebaut werden. In Ortsteilen war das nur mit einer landwirtschaftlichen Privilegierung möglich. Das hat der Gemeinderat nun etwas aufgeweicht. Nun dürfen ortsansässige Familien im Ortskern unter bestimmten Voraussetzungen bauen. «Wir brauchen junge Familien mit Kindern», betonte von Laer. Der Gemeinderat prüft aber jeden Bauwunsch einzeln. «Wir wollen nach wie vor jegliche Grundstücks-Spekulation verhindern», betonte Reggel.
Da die Gemeinde in Missen derzeit nur noch einen einzigen Bauplatz anbieten kann, will man im Hauptort wieder an einem neuen Bebauungsplan arbeiten. Wo wie und wann der entsteht, ist aber noch offen.
Tourismus Weitnau, das mit Missen-Wilhams eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, tritt dem Allgäuer Seenland bei. Das war Anlass, auch in Missen-Wilhams darüber nachzudenken, wie sich die Kommune Gästen künftig präsentiert. «Wir müssen unser eigenes Profil schärfen», sagt von Laer.
Klar ist: «Der Gemeinderat steht zum Tourismus, wenn er sanft und überlegt ist», sagt Reggel. Einen Anschluss an das Allgäuer Seenland lehnen die Gemeindevertreter ab, einen Anschluss an die Region Alpsee-Grünten und den Naturpark Nagelfluhkette habe man diskutiert. Der Rat setzt aber in erster Linie auf den weiteren Ausbau der Marke Allgäu.
Und auf die Buchbarkeit der Urlaubsquartiere über das Internet (mit Allgäu Marketing).

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