Willkommen im Autohaus Schneider
zur Suche
zur Navigation
zum Inhalt
zum Seitenfuß

Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Samstag, 25. Maerz 2017
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
06.06.2008

Schneckenplage ließ Leser zum Hörer greifen

Sie sind nackt, gefräßig und lieben Zierpflanzen ebenso wie Gemüse oder Erdbeeren: Nacktschnecken sind der Albtraum jedes Gärtners. Bis zu 50 Prozent ihres eigenen Körpergewichts an Grünmasse können Nacktschnecken in einer einzigen Nacht vertilgen und damit großen Schaden in den Beeten anrichten. Die milden Winter der letzten Jahre sowie viel Regen im Frühjahr und Sommer sind beste Voraussetzungen für die Schädlinge. Wie sie die Schneckenplage trotzdem in den Griff bekommen, erfuhren die Leserinnen und Leser bei unserer Telefonaktion zum Thema. Für alle, die nicht durchkamen, hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wann im Frühjahr sollte ich mit der Schneckenbekämpfung beginnen?
Martin Breidbach: Sie sollten bereits im zeitigen Frühjahr, spätestens jedoch nach dem Auftreten der ersten Schnecken mit der Bekämpfung beginnen, um die Eiablage und eine weitere Vermehrung zu verhindern. Ab einer Temperatur von 0 Grad können Schnecken bereits aktiv sein! Wenn Sie frühzeitig beginnen, verringern Sie die Gefahr eines Massenauftretens von Nacktschnecken. Haben die Schnecken erst einmal zu fressen begonnen, lässt sich die Plage bei starkem Aufkommen nur noch eindämmen aber nicht mehr beseitigen.

Welche Schneckenarten treten in Gärten am häufigsten auf?
M. Breidbach: Zu den größten Schädlingen im Garten zählen die Spanische Wegschnecke, die genetzte Ackerschnecke und die Garten-Wegschnecke. Die gefährlichste Schnecke ist mit Abstand die Spanische Wegschnecke. Sie kann bei der Nahrungssuche lange Wegstrecken zurücklegen, kommt besser als andere Schneckenarten mit sommerlichen Temperaturen zurecht und hat auf Grund ihres bitteren Schleimes kaum natürliche Feinde.



Durch welche Vorbeugemaßnahmen kann ich eine Schneckenplage eindämmen?
Karl-Heinz Konrad: Häufiges Hacken des Bodens zerstört im Frühjahr die Gelege und im Sommer die Verstecke der Schnecken. Außerdem können sich Schnecken auf gelockertem Boden schlechter fortbewegen. Mit dem Umgraben sollten Sie bis nach den ersten Frösten warten, sonst schaffen Sie Unterschlupfmöglichkeiten für die Schnecken. Gießen Sie möglichst nicht am Abend und auch nicht mit dem Schlauch oder Regner. Wenn nur die Kulturpflanzen gegossen werden, bleiben die Zuwanderungswege trocken, was den Schnecken die Fortbewegung erschwert. Sammeln Sie regelmäßig Schnecken unter Brettern, Steinen oder großen Pflanzenteilen ab. Am besten sind dazu die frühen Morgen- oder Abendstunden geeignet.

Kann ich mit Bierfallen und anderen Hausmitteln Schnecken wirkungsvoll bekämpfen?
Dr. Reinhard Albert: Bierfallen zeigen nur auf relativ kleinen Flächen, die von einem Schneckenzaun geschützt sind, eine Wirkung. Auf nicht umzäunten Flächen locken sie Schnecken von außerhalb an und verschlimmern so die Schneckenplage. Sie sind aufwändig, da sie jeden Tag neu mit Bier befüllt werden müssen, denn nur der Alkohol wirkt gegen die Tiere. Außerdem können Nützlinge in ihnen ertrinken. Das Eingrenzen der Beete mit Streumaterialien wie Branntkalk, Fichtennadeln oder Sägemehl zeigt keine große Wirkung, da die Schnecken, besonders die Spanische Wegschnecke, diese Barrieren leicht überwinden können. Die Behandlung der Pflanzen mit Kaffee hat sich nicht bewährt und ist ein Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz. Auch das Bestreuen der Schnecken mit Salz ist nicht zu empfehlen. Die Tiere verenden qualvoll und das Salz schadet dem Boden!

Kann ich die Nacktschnecken in meinem Garten auch mit Nematoden bekämpfen?
Dr. Albert: Nematoden führen nur bei den Genetzten Ackerschnecken zum Tod, bei den Garten-Wegschnecken kommt es selbst bei einer Aufwandmenge von etwa 1 Millionen Nematoden pro Quadratmeter nur zu einem vorübergehenden Fraßstopp. Die kleinen Fadenwürmer kriechen in den Mantel der Schnecken und führen dort zu einer bakteriellen Infektion. Der Einsatz von Nematoden erfordert ein sehr exaktes Timing und viel Disziplin. Gegen die Spanische Wegschnecke zeigen Nematoden allerdings keine Wirkung. Sie sind als alleinige Maßnahme also nicht zu empfehlen.

Welche natürlichen Feinde haben Schnecken und wie kann ich diese unterstützen?
Dr. Albert: Natürliche Feinde der Nacktschnecken sind Igel, Spitzmaus, Kröte, verschiedene Vogelarten und Laufkäfer. Sie können diese Nützlinge fördern, indem Sie Verstecke in Steinmauern oder Reisighaufen anlegen und Winterquartiere für die Tiere schaffen. Auch die Haltung von einem Paar Laufenten führt zu einer deutlichen Verringerung der Schneckenpopulation. Die Haltung ist jedoch aufwändig, da die Tiere eine Unterkunft für die Nacht, viel Trinkwasser und möglichst auch eine Planschstelle benötigen.

Ich habe Bedenken mit Schneckenkorn auch Nützlinge zu schädigen...
M. Bieri: Das müssen Sie nicht, wenn Sie einen umweltverträglichen Wirkstoff wählen. Metaldehyd hat sich hier besonders bewährt und ist in einer Vielzahl von Schneckenkorn-Produkten enthalten. Seine Wirkung beruht allein auf der Zerstörung der Schleimzellen, die nur Schnecken aufweisen. Die Wirkung setzt meist schon nach dem ersten Tag ein. Regenwürmer, Igel, Kröten, Laufkäfer oder Vögel werden mit metaldehydhaltigem Schneckenkorn nicht geschädigt.

Wie sieht es mit der Bodenverträglichkeit von Schneckenkorn aus?
M. Bieri: Der Wirkstoff Metaldehyd wird innerhalb von 30 Tagen im Boden rückstandslos in Kohlendioxyd und Wasser abgebaut und beeinträchtigt in keiner Weise die Bodenmikrobiologie.

Muss ich zwischen dem Ausbringen von Schneckenkorn in meinen Gemüsekulturen und der Ernte eine Wartezeit beachten?
M. Breidbach: Nein, wenn Sie das Schneckenkorn sachgemäß anwenden, muss zwischen dem Ausbringen und der Ernte keine bestimmte Zeitspanne liegen. Wenn Sie sich an die Gebrauchsanweisung halten, brauchen Sie keinerlei gesundheitliche Auswirkungen zu befürchten. Es empfiehlt sich aber, das Schneckenkorn so früh wie möglich in den Beeten auszustreuen, damit die Pflanzen erst gar nicht geschädigt werden.
Wie wird Schneckenkorn richtig angewandt?
K.-H. Konrad: Befolgen Sie auf jeden Fall die Gebrauchsanweisung. Grundsätzlich sollte Schneckenkorn gleichmäßig auf der Erdoberfläche zwischen den Pflanzen ausgestreut und nicht in Häufchen ausgelegt werden. Metaldehyd-Schneckenkörner (z. B. von Celaflor, Compo, Etisso, Spiess-Urania, Dehner) sind etwa zehn Tage wirksam, danach sollte die Anwendung wiederholt werden. Bei starkem Regen lässt die Lockwirkung allerdings schneller nach. Ich empfehle grundsätzlich, Schneckenkorn in Köderdosen auszulegen. So ist das Präparat vor Feuchtigkeit geschützt und Gehäuseschnecken werden nicht geschädigt. Besonders wirkungsvoll ist Schneckenkorn, wenn die Beete mit einem Schneckenzaun vor der Zuwanderung neuer Schnecken geschützt sind.


Zurück

Die Topadresse

Natursteine Jäger Meisterbetrieb
Natur- und Kunststeinverarbeitung


Rottachbergweg 1
87549 Rottach

BUCHSHOP

Veranstaltungen




EBERL MEDIEN