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Allgäuer Zeitung

Dienstag, 28. Maerz 2017
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
09.09.2010
Rosmarie Schöll (rechts) war über 50 Jahren Kranzbinderin in Oberstdorf. Ihre Nachfolgerin ist seit zwei Jahren Jule Schleich (links) Foto: Charly Höpfl
Siegerkranz im letzten Jahr von der Alpe Schlappold.
Foto: Günter Jansen

Jeder Kranz ein besonderes Unikat

Oberstdorf (mb).
Die Arbeit mit Blumen hat Jule Schleich schon immer besonderen Spaß gemacht. Daher musste sie auch nicht lange überlegen, als die Oberstdorfer Kranzbinderin Rosemarie Schöll vor 4 Jahren auf sie zukam und fragte, ob die 21-Jährige bei ihr das Kranzbinden für den Viehscheid lernen wolle.

„Etwas für so einen besonderen Anlass herzustellen, empfinde ich als große Ehre”, erzählt Jule Schleich. Zwei Jahre stellte die gelernte Floristin gemeinsam mit Rosemarie Schöll den prachtvollen Kopfschmuck für die Rinder her, seit 2008 ist Jule Schleich alleine aktiv.
Etwa 30 Kränze hat die Oberstdorferin bisher angefertigt. Da die Oberhirten nur dann eine geschmückte Kranzkuh zum Scheidplatz führen dürfen, wenn ihr Viehbestand von Krankeit, Absturz oder einem anderen Unglück verschont geblieben ist, können die Bestellungen der einzelnen Alpen erst sehr kurzfristig abgegeben werden. Grundsätzlich unterscheidet sich der Kopfschmuck in künstliche Ausführungen und Naturkränze. Während man früher eher Blüten aus Papier verwendete, geht der Trend heutzutage wieder zur Natur, verrät Jule Schleich. Mit den künstlichen Kränzen, für die neben getrocknetem Material auch Seidenblüten verwendet werden, kann die Floristin bereits eine Woche vor dem Viehscheid anfangen. Die Naturkränze können aufgrund der bedingten Haltbarkeit der echten Blumen erst etwa einen Tag vor dem Groß­ereignis angefertigt werden. Da man für einen Kranz im Schnitt vier bis fünf Stunden benötigt, muss Jule Schleich schon mal die ein oder andere Nachtschicht einlegen. „Das ist zwar anstrengend, aber wenn die Kühe mit dem Kopfschmuck zum Scheidplatz laufen, hat man die Strapazen vergessen”, erzählt die Kranzbinderin. Im vergangen Jahr wurde Jule Schleich sogar ausgezeichnet. Der Kranz, den sie für die Alpe Schlappold herstellte, wurde zum schönsten gewählt.
Das gebogene Drahtgestell, das als Grundgerüst für jeden Kranz dient, fertigt Jule Schleichs Vater. Nach dem Anbringen des Spiegels, der böse Geister vertreiben soll, werden die genähten Borten um den Spiegel herum angebracht. In zwei Teilschritten werden Unterteil und Krone geschmückt und anschließend zusammengesteckt. Wünscht sich eine Alpe einen Naturkranz, so bringt der Hirte der 21-jährigen Floristin Silberdisteln, Schafsgarbe, Enzian, Vogelbeeren und sonstiges Material von der hauseigenen Alpe. Obwohl sich das zur Verfügung stehende Material nicht groß unterscheidet, ist jeder Kranz ein besonderes Unikat. Neben der Zusammenstellung der Blüten variiert auch der Schmuck. Die Krönung des Kopfschmucks sind nämlich ein Kreuz oder ein Wedel, erzählt Jule Schleich. Ihr persönlicher Viehscheid-Höhepunkt ist der Moment, wenn die Rinder mit ihren Kränzen zum Scheidplatz geführt werden. „Das ist ein sehr tolles Gefühl”, beschreibt die 21-Jährige.

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